Internationales

Grexit: Die Folgen sind nicht absehbar

Die einseitige Sparpolitik ist krachend gescheitert

Europa in der Krise: Ein Austritt Griechenlands hätte nicht absehbare Folgen.

08.07.2015

Die Griechenland von seinen europäischen Geldgebern auferlegte Sparpolitik hat tiefe Spuren hinterlassen: Heute liegt das Land wirtschaftlich am Boden, das Bankensystem steht vor dem endgültigen Kollaps. Durch immer neue Lohn-, Renten- und Sozialkürzungen haben sich die Lebensbedingungen vieler Griechinnen und Griechen dramatisch verschlechtert.

Welch drastische Folgen die Sparvorgaben der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfond (IWF) haben, ist an unzähligen Parametern überdeutlich abzulesen: So ist etwa das griechische Bruttosozialprodukt zwischen 2010 und 2014 um 25 Prozent eingebrochen. Im gleichen Zeitraum ist die Privatverschuldung um 66 Prozent und die Arbeitslosigkeit um 118 Prozent gestiegen. Die Zahl der Menschen in Griechenland ohne Krankenversicherung hat um 500 Prozent zugenommen. 

Krachend gescheitert

In Griechenland ist die einseitige Sparpolitik ohne Zweifel krachend gescheitert. Und eine neuerliche Runde sozialer Einschnitte ist schlichtweg unzumutbar – die Menschen in Griechenland könnten sie längst nicht mehr ertragen. Auch das hat das griechische Volk im Referendum am Sonntag, den 5. Juli 2015, klipp und klar mit großer Mehrheit zum Ausdruck gebracht. Ihr „Nein“ war ein Nein gegen neue Einschnitte und gegen die einseitige Sparpolitik, die das Land in eine existenzielle soziale und wirtschaftliche Krise geführt hat. Das Nein der Griechen ist die berechtigte Forderung, endlich neue Wege der Krisenbewältigung einzuschlagen - Griechenland braucht Investitionen für Wachstum und Beschäftigung, nicht immer neue Sparrunden.

Nicht absehbare Folgen 

Nach dem Referendum am Sonntag sind die Verhandlungen zwischen Europäischer Union und griechischer Regierung einmal mehr ins Stocken geraten und es mehren sich die Stimmen, die den Austritt Griechenland aus dem Euro, bzw. der gemeinsamen Währungsunion, fordern. In einer Erklärung hat sich der geschäftsführende Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes daraufhin für die sofortige Wiederaufnahme der Verhandlungen ausgesprochen, von allen beteiligten Verantwortungsbewusstsein eingefordert und sich deutlich gegen den Austritt Griechenlands aus der Eurozone ausgesprochen. Ein solcher "Grexit" hätte nicht absehbare Folgen, nicht nur für Griechenland, sondern für Europa.

Quellen: Eurostat, Deutscher Gewerkschaftsbund. Und: http://norberthaering.de/de/?start=6#weiterlesen; http://www.sven-giegold.de/2015/letztes-angebot-an-griechenland-die-augenwischerei-der-grosszuegigen-glaeubiger/; http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-vergleich-der-kompromissvorschlaege-a-1040928.html
 

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