Lebensmittel und Politik

"Wertvolle Lebensmittel nicht verramschen!"

Aldi und Norma senken Preise für Milch und Milchprodukte weiter

Die deutschen Milchpreise sinken erneut drastisch. Foto: Fotolia.com

03.05.2016

46 Cent – das ist der Preis für einen Liter frische Vollmilch, den der Lebensmitteldiscounter Aldi und der kleinere Konkurrent Norma einem Zeitungsbericht zufolge aktuell aufruft. Damit wurde der ohnehin historisch niedrige Preis um weitere 20 Prozent unterboten. Auch die Preise für Butter, Quark und andere Milchprodukte wurden noch einmal deutlich gesenkt. Absehbar ist, dass Aldis Wettbewerber wie Rewe, Edeka, Lidl und Metro in Kürze nachziehen und ebenfalls die Preise weiter senken.

Der Milchpreis ist deutschlandweit seit dem Ende der EU-Milchquote vor gut einem Jahr im freien Fall. Längst können viele Michbauern nicht mehr kostendeckend wirtschaften - viele sind akut von der Insolvenz bedroht oder mussten bereits aufgeben. Durch den neuerlichen Preisverfall drohen jetzt weitere Arbeitsplatzverluste.

"Es ist eine Schande"

Michaela Rosenberger, Vorsitzende der Gewerkschaft NGG: „Es ist eine Schande, dass ein wertvolles Lebensmittel wie Milch zu Billigpreisen verramscht wird. Die Politik muss endlich wirksam handeln, damit der Unterbietungswettbewerb der Supermärkte ein Ende findet und wieder faire Preise an die Produzenten gezahlt werden. Die Bauern brauchen jetzt eine effektive und schnelle Unterstützung. Landwirtschaftsminister Schmidt ist deshalb aufgefordert, seine bequeme Beobachterrolle zu verlassen und einzugreifen. Die aktuelle Misere ist nicht zuletzt Folge einer falschen Agrarpolitik, die die Milchbauern vom erfolgreichen Export abhängig gemacht hat. Wenn dann, wie jetzt der Fall, wichtige Märkte wie Russland oder China wegbrechen, fehlen Alternativen.“

Druck ausüben und Preise durchsetzen

Die Lage in der deutschen Milchwirtschaft sei nicht zuletzt auch deshalb besonders kritisch, weil sich der Lebensmitteleinzelhandel hierzulande auf eine Hand voll Unternehmen konzentriere, so Rosenberger: „Mit ihrer Einkaufsmacht können die großen Fünf, Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Metro, massiven Druck auf die Lebensmittelproduzenten ausüben und fast jeden Preis durchsetzen. Und das tun sie auch – nicht nur bei Milch.“

 

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