Lebensmittel und Politik

Endlich mehr Klarheit?

Eine "freiwillige Selbstverpflichtung" soll es endlich einfacher machen, Mehrweg- von Einwegverpackungen zu unterscheiden.

Unter dem Motto "Mehr Durchblick, mehr Mehrweg!" hat sich die NGG schon 2014 für eine klare Kennzeichnung von Einwegverpackungen stark gemacht.

06.07.2016

42 Unternehmen aus Getränkeindustrie und Handel haben sich verpflichtet, künftig für mehr Transparenz beim Kauf von Getränken, bzw. deren Verpackungen, zu sorgen. Ihre "freiwillige Selbstverpflichtung" sieht Medienberichten zufolge vor, dass Getränke in Einwegverpackungen ab Ende 2017 mit einem gesonderten Logo versehen werden sollen.

Mehr Durchblick für die Kunden beim Getränkekauf fordert die NGG schon lange, denn nur wenn sie wissen, ob es sich um eine Einweg- oder eine Mehrwegflasche handelt, können sie sich bewusst entscheiden. Heute ist es für viele, das zeigen Umfragen, ausgesprochen schwierig zu erkennen, um was für eine Verpackung es sich handelt.

Das Pfandchaos hat Folgen

Null? Acht? 15? 25 Cent?: In Deutschland herrscht das Pfandchaos und auch deshalb greifen immer mehr Kunden zu Einweg. Längst existiert die "Mehrwegquote", wonach 80 Prozent aller Verpackungen Mehrweg bzw. "ökologisch vorteilhaft" sein müssen, nur noch auf dem Papier: In den letzten zehn Jahren ist die Mehrwegquote bei den alkoholfreien Getränken um 30 Prozent eingebrochen und liegt bei gerade einmal 22 Prozent (2014). Und das hat nicht nur Folgen für die Umwelt, sondern insbesondere auch für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Mehr Gewinn, weniger Arbeitsplätze

Rund die Hälfte der Jobs, etwa in der Sortierung, der Logistik und an der Flaschenwaschmaschine, können Unternehmen durch den Umstieg von Mehrweg auf Einweg einsparen. Das senkt die Kosten und steigert die Gewinne. Das ist für allzu viele Unternehmen allzu attraktiv. So hat zuletzt zum Beispiel Coca-Cola eindrucksvoll gezeigt, welche Folgen der Umstieg auf Einweg hat. Claus-Harald Güster, stellvertretender NGG-Vorsitzender: "Wir haben in den letzten Monaten bei Coca-Cola sehen können, welche Folgen der Umstieg auf Einwegverpackungen hat. Allein im letzten Jahr wurden dort 19 deutsche Standorte geschlossen und haben 1.000 Menschen ihren Arbeitsplatz verloren."

Claus-Harald Güster ist skeptisch, dass die freiwillige Selbstverpflichtung dazu beitragen kann, die Mehrwegquote zu stabilisieren: "Noch ein Logo auf der Flasche. Und das freiwillig und erst in anderthalb Jahren. Das ist viel zu wenig - Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat die Beobachterrolle schon viel zu lange inne und muss endlich wirklich aktiv werden. Ohne eine verbindliche Quote für Mehrweg, deren Einhaltung, anders als heute, auch durchgesetzt wird, geht es nicht. Es stehen tausende Jobs auf dem Spiel."

 

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