Sozialpolitik

Armut stoppen, Zukunft schaffen

"Armut stoppen, Zukunft schaffen" In Berlin fand der jährliche Armutskongress statt.

Foto: Stephanie von Becker/der Paritätische

29.06.2017

Einmal jährlich veranstaltet der Paritätische Gesamtverband gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern wie dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), PRO ASYL und dem Deutschen Kinderschutzbund den "Armutskongress". Auf diesem wird unter anderem der "Armutsbericht" veröffentlicht. Darin ist nachzulesen, dass 2015 in Deutschland nicht nur die Wirtschaftskraft, sondern auch die Armut gewachsen ist: die Armutsquote liegt aktuell bei 15,7 Prozent (neuere Zahlen als die von 2015 liegen noch nicht vor). Das ist ein „neuer Höchststand“ in einem Land, das zu den reichsten der Welt gehört und spricht nach Ansicht der Autorinnen des Berichts für die Tatsache, dass der „zunehmende gesamtgesellschaftliche Reichtum mit zunehmender Ungleichheit und Abkopplung einer immer größer werdenden Zahl von Menschen vom allgemeinem Wohlstand einhergeht.“

Mehrheit im Niedriglohnsektor ist weiblich

Zu den Risikogruppen gehören vor allem Frauen und ihre Kinder: Alleinerziehende sind am stärksten von Armut betroffen. Aber auch Rentnerinnen und Rentner leiden stark unter Armut, die „gemessene Armut stieg innerhalb von zehn Jahren von 10,7 auf 15,9 Prozent“, unter ihnen sind ebenfalls überdurchschnittlich viele Frauen.

Trotz Arbeit arm

Ein weiteres Ergebnis des Berichts: Immer mehr Menschen sind trotz Arbeit arm. „Zu diesem Befund passt, dass der Anstieg der Armutsquote in 2015 mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosenquote und der Hartz IV-Quote einherging", so die Autorinnen des Berichts. Zunehmende Beschäftigungszahlen sorgen also nicht dafür, dass es weniger Armut gibt: "Offensichtlich bedarf es verteilungspolitischer Korrekturen, sei es durch eine deutliche Anhebung von unteren Löhnen und insbesondere des Mindestlohnes", so das Fazit.

Zeit zu handeln

Nach zwei Tagen erschütternden Vorträgen und produktiven Diskussionen über die verschiedenen Formen und Auswirkungen der Armut auf dem Armutskongress ist klar: Die Politik muss jetzt handeln. Die NGG fordert die Bundesregierung auf, der Armut in Deutschland endlich mit tragfähigen und nachhaltigen Maßnahmen entgegenzuwirken. Es ist nicht mit einem Flickenteppich an kleinen Maßnahmen getan, sondern verschiedene gesellschaftliche Bereiche müssen aufeinander abgestimmt werden. Um Armut in Deutschland wirksam zu bekämpfen, sind eine faire Arbeitsmarktpolitik, eine bessere Bildungspolitik und eine mutige Gleichstellungspolitik notwendig.

Infos zum Kongress: www.armutskongress.de

 

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