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„Das schafft eine ganz andere Identifikation“

Reemtsma: Insourcing statt Outsourcing

Freuen sich über das Insourcing im Callcenter von Reemtsma in Hamburg: Betriebsratsvorsitzender Stefan Jünger (li.) und Vertriebsinnendienstleiter Marcel Thiedke. Foto: Cordula Kropke

08.01.2019

Nicht nur der Verdienst ist wesentlich besser, sondern auch das Gefühl, denn seit Mitte 2018 sind Ralph Trbojevic und Christiane Heise fest angestellt bei den Reemtsma Cigarettenfabriken in Hamburg: „Wir gehören jetzt mehr dazu.“ Seit 2013 waren sie und 19 weitere Kollegen über eine Leiharbeitsfirma im Callcenter des Unternehmens beschäftigt. Im Oktober 2018 wurde der letzte von ihnen fest übernommen: in den Vertriebsinnendienst. Das freut auch dessen Leiter Marcel Thiedke: „Das schafft eine ganz andere Identifikation – die sich positiv auf die Arbeit auswirkt. Wir sind alle sehr glücklich, dass der Stefan das hingekriegt hat.“

„Da wussten wir: Wir müssen in die Eisen steigen“

„Der Stefan“, das ist der Betriebsratsvorsitzende Stefan Jünger. Seit 2012 kämpfen er und seine Betriebsratskollegen gegen das Outsourcing bei Reemtsma: „Binnen kürzester Zeit waren acht Prozent im Außendienst nicht mehr bei Reemtsma beschäftigt. „Da wussten wir: Wir müssen in die Eisen steigen, sonst sind wir auf dem Weg in eine Zweiklassengesellschaft.“ Mit Erfolg: Per Betriebsvereinbarung wurden die Zahl und die Beschäftigungsdauer der Leiharbeitskräfte im Außendienst begrenzt.

Insourcing rechnet sich - auch für den Arbeitgeber

Als dann jedoch das Callcenter von Langenhagen nach Hamburg umzog, wurden dort mehr Leiharbeitskräfte rekrutiert. Erst als 2017 das reformierte Arbeitnehmerüberlassungsgesetz in Kraft trat, hatte der Betriebsrat zwei Argumente, um hiergegen vorzugehen: zum einen wurde die Höchstüberlassungsdauer auf 18 Monate begrenzt, zum anderen müssen die Leiharbeitskräfte nach neun Monaten genauso bezahlt werden wie die Stammbelegschaft. Im Gespräch mit der Unternehmensleitung, die sogar plante, die gesamte Einheit per Werkvertrag an eine externe Agentur zu vergeben, gelang es dem Betriebsrat, diese umzustimmen. Eine Unternehmensberatung wurde eingeschaltet, die alle Kosten durchkalkulierte. Das Ergebnis: eine Vereinbarung mit der Gewerkschaft NGG, nach der 21 der 30 Leiharbeitskräfte fest angestellt wurden.

 „Der olympische Gedanke zählt“

Sein Engagement brachte dem Betriebsrat eine Nominierung für den Deutschen Betriebsräte-Preis 2018 ein. Und auch wenn er letztlich nicht zu den Preisträgern zählte, ein Gewinn für die Beschäftigten und auch für das Unternehmen – etwa wenn es um die Kundenbindung geht – ist das Insourcing allemal. Und schließlich: „Der olympische Gedanke zählt. Dabeisein ist alles“, findet NGG-Referatsleiterin Ina Korte-Grimberg. „Ich bin mir sicher, dass der Betriebsrätetag und die Preisverleihung dennoch ein spannendes Erlebnis für diesen hochgradig engagierten Betriebsrat waren.“

Mehr Infos im Magazin "Mitbestimmung" (S.38)

Videos vom Betriebsrätetag:

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Die Gewerkschaft NGG beim Deutschen Betriebsrätetag 2018

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