Backgewerbe
Umsatzmäßig legte das Backgewerbe deutlich zu
Das 1. Halbjahr 2007 verlief im Backgewerbe erfreulich. Der Umsatz stieg um sieben Prozent, obwohl die Filialisten und Discounter weiter Marktanteile gegenüber den Handwerksbäckereien gewinnen konnten und der Preiswettbewerb ziemlich ausgeprägt war. Handwerksbäcker punkteten jedoch in diesem harten Wettbewerb durch Sortenvielfalt, Produktinnovationen (z.B. Angebote von Bioerzeugnissen, Snacks), Frische und Qualität. Ebenso bildet noch der Bereich Feine Backwaren wie Kuchen, Torten, Gebäck die Domäne des Handwerks. Fraglich ist, wie lange dies noch so bleiben wird. Einige Discounter versuchen in diesen Bereich vorzudringen. Brot wird nur noch etwa von einem Drittel der Bevölkerung beim Bäcker gekauft.
Einige Hintergründe dieses Strukturwandels bilden die veränderte demografische Entwicklung hin zu Single und Kleinhaushalten sowie zu einer älter werdenden Gesellschaft, die einen großen Wert auf Gesundheitsprodukte legt. Aber auch die Veränderung in der Arbeitswelt hin zu mehr zeitlicher und räumlicher Mobilität der Arbeitnehmer lässt die Zahlen der Berufspendler wachsen und führt zu einer stärkeren Nachfrage nach Convenience Produkten mit einem hohen Veredelungsgrad wie z. B. nach Snacks und Fertigprodukten, die dem Gesundheitstrend nicht wider entsprechen dürfen. Bedienungsware verliert beim Verbraucher allmählich an Bedeutung – das Einkaufen darf nicht zu zeitaufwendig sein!
Aller Voraussicht nach wird der Marktanteil des Handwerks auch in den kommenden Jahren weiter abnehmen. Gewinner sind und werden in nächster Zeit die Discounter sowie die anderen Vertriebseinheiten im Lebensmitteleinzelhandel mit ihren neu aufgenommenen Backstationen sein.
Die Anzahl der Beschäftigten stieg in 2006 um knapp zwei Prozent auf 151.047. Im 1. Halbjahr 2007 blieb die Beschäftigtenzahl unverändert.
Die Bruttolohn- und –gehaltssumme in v. H. des Umsatzes lag 2006 bei 22,8 Prozent (-0,1 Prozent zum Vorjahr). Der hohe Lohnkostenanteil am Umsatz ist nicht mit dem des Ernährungsgewerbes (9,9 Prozent, -3,9 Prozent zum Vorjahr) vergleichbar, weil das Backwarengewerbe über einen ausgeprägten Dienstleistungsanteil verfügt (z.B. Filialen und teilweise noch eigene Logistik). Der hohe Dienstleistungsanteil macht sich auch bei der Arbeitsproduktivität bemerkbar. Der Dienst am Kunden lässt sich kaum durch Technik und Automatisierung ersetzen, obwohl viele Produktionsbereiche über ein hohes technisches Niveau verfügen.
Die zunehmenden Probleme im Backgewerbe und das Engagement von NGG haben in den vergangenen Jahren zu einem stetigen Mitgliederzuwachs in der Branche geführt.