Backgewerbe
Das Backgewerbe bleibt umsatzmäßig auf hohem Niveau
2009 war für das Backgewerbe durchaus ein erfreuliches Jahr. Der Umsatz stieg um 1,9 Prozent auf 10,5 Mrd. EUR. Dennoch haben der intensive Wettbewerb und der Strukturwandel nicht nachgelassen. Hohe Rohstoff-, Verpackungs- und Energiepreise prägten besonders das Bild in der ersten Jahreshälfte. Auch die Discounter ließen nicht nach. Handwerksbäcker punkteten jedoch in diesem harten Wettbewerb durch Sortenvielfalt, Produktinnovationen (z.B. Angebote von Bioerzeugnissen, Snacks), Frische und Qualität. Ebenso bildet noch der Bereich Feine Backwaren wie Kuchen, Torten, Gebäck eine Domäne des Handwerks. Dennoch ist das Bäckerhandwerk insgesamt gesehen der Verlierer dieser Entwicklung. Fraglich ist, wie lange diese Strukturen noch erhalten bleiben. Brot wird nur noch etwa von einem Drittel der Bevölkerung beim Bäcker gekauft.
Einige Hintergründe dieses Strukturwandels bilden die veränderte demografische Entwicklung hin zu mehr Single und Kleinhaushalten sowie zu einer älter werdenden Gesellschaft, die einen großen Wert auf Gesundheitsprodukte legt. Aber auch die Veränderung in der Arbeitswelt hin zu mehr zeitlicher und räumlicher Mobilität der Arbeitnehmer lässt die Zahlen der Berufspendler wachsen und führt zu einer stärkeren Nachfrage nach Convenience Produkten mit einem hohen Veredelungsgrad wie z. B. nach Snacks und Fertigprodukten, die dem Gesundheitstrend nicht wider entsprechen dürfen. Bedienungsware verliert beim Verbraucher allmählich an Bedeutung – das Einkaufen darf nicht zu zeitaufwendig sein!
Aller Voraussicht nach wird der Marktanteil des Bäckerhandwerks auch in den kommenden Jahren weiter abnehmen. Gewinner sind und werden in nächster Zeit die Discounter sowie die anderen Vertriebseinheiten im Lebensmitteleinzelhandel mit ihren neu aufgenommenen Backstationen sein.
Weiter steigende Beschäftigtenzahlen
Die Zahl der Beschäftigten stieg in 2009 um 4,6 Prozent auf 114.066. Die Beschäftigtenzahl ist nicht in Vollzeitkräfte umgerechnet.