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Fleischindustrie: Sozialdumping verhindern

Sozialdumping in der Schlachtindustrie verhindern: Die NGG und ihre französische Partnerorganisation wollen künftig noch enger zusammenarbeiten.

Bei einem weiteren Treffen in Paris haben Vertreter der NGG und ihrer französischen Partnerorganisation FGA-CFDT* die Lage der Arbeitnehmer in der europäischen Schlachtindustrie analysiert: Die Lage ist kritisch. Das deutsche Negativbeispiel von der Abschaffung der Stammbelegschaften darf nicht Schule machen.

Internationale Fleischkonferenz

Zunehmende Konzentration wird untersucht

Nicht nur die thailändische Geflügelwirtschaft liefert abschreckende Beispiele für Arbeitsbedingungen, auch Dumpinglöhne auf deutschen Schlachthöfen wurden auf der Fleischkonferenz der IUF kritisiert.

Fleischindustrie

Lohndumping durch Werkverträge

Europäische Fleischkonzerne wie Danish Crown zieht es nach Deutschland. Der Grund: Nirgendwo gibt es so gute Bedingungen für Lohndumping. Doch es geht auch anders - wie in der "Rügenwalder Mühle".

Deutsches Lohndumping bedroht italienische Arbeitsplätze

Nach bilateralen Gesprächen mit französischen und dänischen Gewerkschaftsvertreter/innen trafen sich am 6./7. Oktober 2011 rund 60 Vertreter/innen der FLAI, einem Zweig des italienischen Gewerkschaftsbundes CGIL, aus ganz Italien mit zwei NGG-Vertretern in Bologna, um die aktuelle Situation in der Fleischindustrie zu diskutieren. Ähnlich wie in anderen europäischen Schlachtindustrien gehen in Italien Arbeitsplätze verloren, weil in Deutschland mit Dumpinglöhnen in Werkverträgen Wettbewerbsvorteile erzielt werden.

Betriebsräteforum Fleischwarenindustrie

Mit Mindestlohn gegen Dumpinglöhne

NGG-Referatsleiter Bernd Maiweg (li.), Betriebsräte der Firma Wiltman und Gäste der französischen Gewerkschaft CFDT

Auf dem Betriebsräteforum der Fleischwarenindustrie vom 23. bis 27. Mai 2011 im Bildungszentrum Oberjosbach (www.bzo.de) bildete die NGG-Tarifpolitik den Schwerpunkt, aber auch „Arbeitnehmerfreizügigkeit und Dienstleistungsfreiheit in der EU“ waren von großem Interesse, da die Fleischbranche wie keine andere von Werkverträgen betroffen ist. Barbara Binder von der französischen Gewerkschaft CFDT forderte einen Mindestlohn für Deutschland nach französischem Vorbild: „Nur so lassen sich die Dumpinglöhne beseitigen“.

„Fleischbranche: Deutschland ruiniert seine Nachbarn“

Die deutsche Fleischbranche „lockt mit Rahmenbedingungen, mit denen der Rest Europas nicht mithalten kann: Kein Mindestlohn, keine Tarifbindung und nur wenig Kontrollen“ heißt es im Beitrag „Fleischbranche: Deutschland ruiniert seine Nachbarn“ der ARD-Fernsehsendung Panorama vom 2. Dezember 2010.
 

Hauptsache billig!

Die deutsche Schlachtindustrie – eine Erfolgsgeschichte der besonderen Art

Dieses Mal ist es ein Großer der Branche, der vor Gericht steht: Axel H. Ein Subunternehmer der deutschen Schlachtindustrie mit exzellenten Verbindungen nach Rumänien, steht seit dem 26. Oktober 2010 vor dem Düsseldorfer Landgericht. Er ist einer der Akteure, der mit billigen Arbeitskräften aus Mittel- und Osteuropa die deutsche Schlachtindustrie versorgt. Ihm und sieben Mitangeklagten wird Steuerhinterziehung und das Vorenthalten von Löhnen in großem Stil zur Last gelegt.
 

Warnstreik bei VION in Badbergen

4. November 2010: Vergangene Nacht ist die gesamte Frühschicht (80 Beschäftigte) des Fleischverarbeiters VION Artland in Badbergen, Niedersachsen, in einen fünfstündigen Warnstreik getreten: Die Beschäftigten fordern einen Entgelttarifvertrag für das seit 2005 nicht mehr tarifgebundene Unternehmen.
 

Alarm in Belgien, Frankreich, Dänemark

Deutsches Billigfleisch mit Billiglöhnen

Harald Wiedenhofer, EFFAT

Gegen Sozialdumping an deutschen Schlachthöfen hat sich Harald Wiedenhofer, Vorsitzender der europäischen Gewerkschaftsföderation für den Lebensmittel-, Landwirtschafts- und Tourismussektor (EFFAT), ausgesprochen. In Frankreich, Belgien und Dänemark seien Arbeitsplätze vernichtet worden, weil die Unternehmen nicht mehr mit den Dumpingpreisen der Deutschen mithalten konnten. Wiedenhofer hat einen gesetzlichen Mindestlohn in allen europäischen Ländern gefordert, der „mindestens 60 Prozent des nationalen Durchschnittseinkommens“ betragen sollte.

 

Fleischwarenindustrie Bayern

Erstmals Tarifverträge bei Houdek

7. Juli 2010: Rund 400 Houdek-Beschäftigte forderten ihren bis dato nicht tarifgebundenen Arbeitgeber per Warnstreik auf, mit NGG in Entgeltverhandlungen zu treten.

Nach 17-stündiger Verhandlung konnte NGG am 15. Juli 2010 um 5 Uhr früh erstmalig Tarifverträge bei Houdek abschließen.

VION-Betriebsräteforum

NGG-Betriebsräte stärken!

38 Betriebsräte des VION-Konzerns, des größten Fleischverarbeiters in Deutschland, kamen vom 18. bis 20. Januar 2010 im Bildungszentrum Oberjosbach (BZO) zu ihrem zweiten gemeinsamen Forum zusammen.

Billiglöhne auf deutschen Schlachthöfen vernichten Arbeitsplätze in Dänemark

Treffen von Vertretern der dänischen Gewerkschaft NNF und NGG

Bei einem Informationsaustausch mit NGG am 29. Juni 2009 in Hamburg hat der Präsident der dänischen Food Workers’ Union NNF, Ole Wehlast, einen massiven Arbeitsplatzverlust bei Danish Crown in Dänemark beklagt.

Buch: Leben ohne Mindestlohn

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