Schlacht- und Fleischverarbeitungsbranche

Branchenbericht 2006 einschließlich 1. Halbjahr 2007

Starker Preisdruck und Verdrängungswettbewerb


In der Fleischbranche hat sich 2006 der Trend zu SB - verpackter Frischware nicht verändert. Diese Entwicklung sowie Überkapazitäten und die Nachfragemacht des Einzelhandels erhöhten den Preisdruck und Verdrängungswettbewerb in der Branche. Kleinere Betriebe blieben und bleiben auf der Strecke.


Dennoch blieb die SB-Ware bei den Verbrauchern noch hoch im Kurs und prägte weiterhin einen Trend in der Fleisch¬branche. Die Discounter nutzen die SB-Ware, um sich einen größeren Marktanteil zu verschaffen und den Verbrauchern Frischware anzubieten. Die Folge davon war und bleibt ein verstärkter Preisdruck und Verdrängungswettbewerb nicht nur im Handel sondern besonders auch unter den Herstellern insbesondere bei den Schlacht- und Zerlegebetrieben.


Weiterhin musste sich die Öffentlichkeit mit „Gammelfleisch“ und skrupellosen Anbietern sowie der Vogelgrippe beschäftigten.

Vom Pro-Kopf-Verbrauch her gesehen hat die Fleischbranche seine Spitzenposition vom Jahr 1993 mit 95,2 kg deutlich unterschritten, die insbesondere durch die ständigen Skandalmeldungen wohl auch nicht mehr zu erreichen sein wird. Der Pro-Kopf-Verbrauch (einschl. Innereien, industrielle Verwertung) lag nach Angaben der ZMP in 2006 bei 86,3 kg. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Verbrauch um 1 Prozent. In den vergangenen 10 Jahren wurde in 1999 mit 94,1 kg der höchste Pro-Kopf-Verbrauch festgestellt. Die EU erreichte in 2006 einen Pro-Kopf-Verbrauch von 91,5 kg.

Erfreulicher Umsatzzuwachs


Der Umsatz wuchs mit einer Steigerung um 9 Prozent auf 30,6 Mrd. Euro. Auch die Umsatzproduktivität hat sich 2006 weiter verbessert und lag bei 172 Euro pro Beschäftigtenstunde – eine Steigerung von 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Ernährungsgewerbe lag diese Kennziffer bei 167 EUR, plus 3,7 % zum Vorjahr.


Beschäftigtenzahl nimmt zu


Der anhaltenden Strukturkrise begegnete die Branche durch Kooperationen und Fusionen, was sich negativ auf die Beschäftigung auswirkte. Die Auslagerung von Produktionsbereichen ins europäische Ausland verschärfte die Situation. Dennoch nahm 2006 die Anzahl der Beschäftigten leicht um 1,0 Prozent auf 108.587 zu. Die hohe Beschäftigtenzahl lässt sich durch die teilweise noch handwerkliche Produktion und die beschäftigungsintensiven Filialen erklären.

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