Das Hotel- und Gaststättengewerbe heute
Das Hotel- und Gaststättengewerbe als Teil der Tourismuswirtschaft gehört zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen der Bundesrepublik Deutschland. Obwohl oft unterschätzt, entspricht die Wertschöpfung der Tourismuswirtschaft einem Anteil von 8 % am Bruttosozialprodukt unseres Landes. Rund 7 % der Arbeitsplätze in Deutschland hängen direkt oder indirekt vom Tourismus ab. Das sind derzeit rund 2 Millionen Arbeitsplätze. Über 1,2 Millionen davon entfallen unmittelbar auf das Hotel- und Gaststättengewerbe.
Der Anteil des Gastgewerbes am Bruttosozialprodukt ist ungefähr so groß wie der Anteil der gesamten Automobilindustrie.
In den rund 230.000 Betrieben des Hotel- und Gaststättengewerbes in Deutschland arbeiten ca. 720.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei ungefähr 50 Milliarden Euro pro Jahr. Anzahlmässig gehört die überwiegende Zahl der Betriebe zum Gaststättengewerbe, nur ca. 20 % sind Beherbergungsbetriebe, also Hotels und ähnliche Betriebe.
Doch diese nackten Zahlen sagen nichts aus über den tiefgreifenden Strukturwandel im Hotel- und Gaststättengewerbe in den letzten Jahren.
Die Systemgastronomie, Fast-Food-Ketten, Kettenhotellerie, internationle Caterer verändern das Bild der Branche und verdrängen die bisher tonangebenden Klein- und Mittelbetriebe. Gerade in diesen neuen Betriebsformen und –organisationen werden neue Anforderungen an die ArbeitnehmerInnen gestellt. Multifunktionaler Einsatz der MitarbeiterInnen ist im Hotelgewerbe fast zum Standard geworden.
Die Umsatzentwicklung in den letzten Jahren ist negativ. Dies hängt damit zusammen, dass seit Jahrzehnten das Gastgewerbe von den zyklischen Entwicklungen der Konjunktur abhängt. Ist die Wirtschaftsentwicklung positiv, geht es dem Gastgewerbe gut; ist die Wirtschaftsentwicklung negativ, leidet das Gastgewerbe ganz besonders darunter. Unabhängig von diesen zyklischen Entwicklungen ist im Gastgewerbe von besonderer Bedeutung ob es gelingt, mit innovativen Servicekonzepten Gäste zu interessieren und zu binden.
Dabei ist beispielsweise im Take-Away-Geschäft der Innenstädte zu bemerken, dass Bäcker und Fleischer inzwischen einen guten Teil der Umsätze der klassischen Imbissbetriebe an sich gezogen haben.
Der unmittelbare Zusammenhang zwischen Arbeitsplatzabkommen und mangelnder Konsumbereitschaft im Gastgewerbe wurde deutlich und hatte entsprechend negative Folgen für die Beschäftigung.