Rund 35.000 Betriebe, 285.000 Lohn- und GehaltsempfängerInnen und 14 Milliarden Euro Umsatz, das sind die wirtschaftlichen Eckpunkte des Hotelgewerbes in Deutschland (Stand 2003: die letzten erfassten statistischen Daten!)
Zur Hotellerie gehören berühmte 5-Sterne-Hotels wie das Hotel „Vier Jahreszeiten“ in Hamburg, „Bayerischer Hof“ in München oder das „Adlon“ in Berlin, aber auch die modernen Budgethotels vom Typ „Ibis“ oder „ETAP“. Immer mehr Hotels werden von großen Hotelketten wie ACCOR, Starwood oder Rezidor SAS betrieben. Die Häuser selbst sind oft im Besitz von Fondsgesellschaften oder gar Finanzdienstleistern („Heuschrecken“). Diese Entwicklung ist einerseits in der wachsenden Bedeutung globaler Buchungssysteme begründet, zum anderen darin, dass aus verschiedenen steuerlichen Gründen der Immobilienerwerb, insbesondere für „Heuschrecken“, in Deutschland extrem attraktiv ist! Auch aus diesem Grunde werden immer mehr Überkapazitäten geschaffen. Die Übernachtungspreise in Deutschland sind so niedrig wie in keinem anderen westeuropäischen Land! Ein wichtiger Grund dafür ist die selbst produzierte ruinöse Konkurrenz der Unternehmen.
Die Hotellerie gehört zu den Niedriglohnbranchen in Deutschland: Der Tageslohn eines Hotelmitarbeiters reicht nicht für ein Abendessen im Hotel Adlon! Immer wieder kommen Betriebe wegen ihrer schikanösen Ausbeutermethoden in die Schlagzeilen - und das ist nur die Spitze des Eisberges! Viele Beschäftigte halten den Druck in den Betrieben nicht aus. 80 Prozent der Auszubildenden verlassen nach der Ausbildung die Branche auf nimmer Wiedersehen und auch bei den übrigen MitarbeiterInnenn ist die Fluktuation extrem hoch.
Klaus Schroeter, NGG-Referatsleiter Hotels: „Aber es gibt auch Lichtblicke: Inzwischen gibt es in den Hotelketten Maritim, Hilton, Accor, Steigenberger, Dorint und Arabella Sheraton Gesamtbetriebsräte, die die Interessen ihrer Kolleginnen und Kollegen vertreten und an einigen Punkten schon wichtige Verbesserungen erreicht haben. Das schönste Lob für die Kollegen ist es, wenn Auszubildende den Unterschied zwischen ihren Betrieben mit Betriebsrat und den Betrieben ohne Betriebsrat aus der Berufsschule kennen und sagen: Es ist gut, dass wir einen Betriebsrat haben, der mit der Gewerkschaft NGG zusammenarbeitet. Das unterstütze ich und bin auch NGG-Mitglied!“
Info: hv.hotels@ngg.net