Protest gegen Armutslöhne im Gastgewerbe

Anlässlich der Eröffnung des DEHOGA-Branchentages am 21. November 2006 in Berlin forderte die Gewerkschaft NGG faire Löhne im deutschen Gastgewerbe. Während die Hoteliers und Gastwirte im Berliner Hotel Maritim mit den Ministern Müntefering und Glos sowie den Abgeordneten Kuhn und Westerwelle diskutierten, machten draußen die GewerkschafterInnen mit überlebensgroßen Mindestlohnpuppen (Foto) auf die erschreckende Entwicklung in der Branche aufmerksam.

„In den vergangenen Jahren scheint der DEHOGA-Verband sich immer weniger als Tarifpartner zu verstehen“ erklärte Petra Schwalbe, Vorsitzende des NGG-Landesbezirks Ost. „Heute haben fast zwei Drittel der 18 Tarifgebiete des Gastgewerbes keine gültigen Entgelttarifverträge. In den neuen Bundesländern genießen nur noch unsere Kolleginnen und Kollegen aus Berlin und Sachsen den Schutz durch aktuelle Tarifverträge.“ Doch auch dort, wo noch Tarifverträge gelten, würden sich viele Arbeitgeber diesen entziehen, weil die DEHOGA-Landesverbände sie mit den so genannten OT-Mitgliedschaften aus der Tarifbindung entlassen.

Aufgrund dieser Entwicklungen erreichen die traditionell niedrigen Einkommen in Hotellerie und Gastronomie oft nicht einmal die Armutsgrenze, die von der Bundesregierung mit 1.442 Euro brutto monatlich angegeben werde. Schwalbe: „Wenn unser Tarifpartner DEHOGA sich seiner tarifpolitischen Verantwortung weiterhin entzieht, muss der Gesetzgeber durch die Einführung eines Mindestlohns eine Haltelinie nach unten einziehen. Niemand sollte ein Interesse daran haben, dass unsere Kolleginnen und Kollegen trotz harter Arbeit der Armut anheim fallen.“

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