Tarifverweigerung:
Im Hotel- und Gaststättengewerbe arbeiten rund 700.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Es gibt aber über 400.000 Minijobs. Eine Zahl, die ständig weiter zunimmt.
Durch den Abbau der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse werden die Arbeitsverhältnisse auch für die Vollzeitarbeitnehmer im Gastgewerbe unsicherer. Es findet ein stetiger Abbau der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse zu Gunsten sozial unsicherer Minijobs statt.
Die Gewerkschaft NGG schließt in 18 regionalen Tarifgebieten mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) als Arbeitgeberverband Tarifverträge ab.
In über 60 % der Tarifgebiete gibt es aktuell keinen gültigen Entgelttarifvertrag. Die Arbeitgeber verweigern die Sicherung der Einkommen der Beschäftigten durch Tarifverträge!
Hier ist festzustellen, dass das WM-Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden" leider nicht für die Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe gilt. Hier gilt, die Löhne sollen wie im Mittelalter auf dem Markt ausgehandelt werden!
Für die Beschäftigten bedeutet dies: Durch die Umwandlung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen in Minijobs und durch die ungeregelte Bezahlung sind die Arbeitsbedingungen von zwei Seiten unter Druck!
Parallel, sicher auch unter dem Begriff "Die Welt zu Gast bei Freunden", fordern die Arbeitgeber in verschiedenen Tarifgebieten die Verminderung von tarifvertraglichen Leistungen wie Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld und gleichzeitig die Verlängerung der Arbeitszeit. Und dies in einer Branche, in der sowieso ein Drittel länger gearbeitet wird, dafür aber auch ein Drittel weniger bezahlt wird!
Die Gewerkschaft NGG fordert von den Arbeitgebern endlich vernünftige Tarifabschlüsse, um damit sicherere Arbeitsverhältnisse für die Beschäftigten in der Branche zu schaffen!
Wer sich Gäste einlädt, der sollte auch ein vorbildlicher Gastgeber sein, meint die Gewerkschaft NGG!