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Brauwirtschaft

Tarifabschlüsse in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen

Nach Warnstreiks und schwierigen Tarifverhandlungen konnte NGG für die Beschäftigten der Brauwirtschaft am 15. und 16. April 2009 Tarifabschlüsse in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen erzielen.

 

Baden-Württemberg: Die rund 3.000 Beschäftigten erhalten ab 1. Mai 2009 drei Prozent und ab 1. Mai 2010 weitere 2,4 Prozent mehr Lohn. Der Arbeitgeberbeitrag zur tariflichen Altersvorsorge wurde auf 630 Euro aufgestockt. Der Tarifvertrag läuft bis zum 31. Januar 2011.

 

Nordrhein-Westfalen: Ab 1. April 2009 steigen die Entgelte um drei Prozent, ab 1. März 2010 um weitere 2,1 Prozent. Neben einer Einmalzahlung von 30 Euro im Jahr 2009 wird die betriebliche Altersvorsorge ab 2010 auf 550 Euro erhöht. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2010.

Warnstreikwelle in nordrhein-westfälischen Brauereien erfolgreich

Mit einem Warnstreik in der Iserlohner Brauerei endete am 3. April 2009 die erste Warnstreikwelle in den nordrhein-westfälischen Brauereien. Insgesamt waren Beschäftigte von zwölf Brauereien dem Aufruf der Gewerkschaft NGG zu Aktionen und Warnstreiks gefolgt.

 

„Die Beteiligung an den Warnstreiks hat unsere Erwartungen übertroffen. Eine klare Gelbe Karte für die Arbeitgeber. Wir erwarten jetzt auch in NRW einen entsprechend guten Tarifabschluss! Zumal die Produktivität in den Brauereien in NRW um bis zu 30 Prozent höher ist als in vergleichbaren Tarifgebieten!“ erklärte Thomas Gauger, NGG-Landesbezirksvorsitzender und Verhandlungsführer. Um den sozialen Frieden zu wahren, werde NGG das Angebot der Arbeitgeber annehmen und die Tarifverhandlungen am 16. April fortsetzen.

Warnstreiks weiten sich aus

In den Kesseln der Brauereien in NRW gärt es gewaltig: Seit dem 30. März 2009 haben sich die Beschäftigten bei Erzquell im Siegtal, der Herforder Brauerei, der König Brauerei in Duisburg, bei Reissdorf Kölsch, bei der Brauerei Diebels in Issum, bei der Sünner Brauerei in Köln,  bei der Privatbrauerei Rolinck in Steinfurt, bei der Stauder Brauerei in Essen, der Gilden Brauerei in Köln und der DAB (Dortmunder Actien-Brauerei) an den Aktionen und Warnstreiks beteiligt, zu denen die Gewerkschaft NGG aufgerufen hat.

 

Mit den teilweise mehrere Stunden andauernden Warnstreiks machten die Beschäftigten ihre Entschlossenheit deutlich. Weitere Warnstreiks sind für die nächsten Tage geplant. Thomas Gauger, Landesbezirksvorsitzender der NGG in Nordrhein-Westfalen und Verhandlungsführer: „Unser Signal an die Arbeitgeber ist deutlich: Wir lassen unsere Kolleginnen und Kollegen nicht die Zeche für die Krise bezahlen. Ein neues und deutlich verbessertes Angebot muss auf den Tisch!“

 

In der Tarifverhandlung am 16. März hatten die Arbeitgeber lediglich ein Angebot von 1,5 Prozent unterbreitet. Daraufhin wurden die Verhandlungen abgebrochen. Gauger: „In den Brauereien wird nach wie vor gutes Geld verdient. Die Arbeitgeber versuchen, die Krise für sich auszunutzen. Das machen wir nicht mit. Die NGG-Tarifkommission wird am 6. April das weitere Vorgehen beraten.“

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