
11. Mai 2011: Warnstreik bei der Kirner Privatbrauerei im rheinland-pfälzischen Kirn.
Geht doch: Dank unzähliger Warnstreiks im Februar, März, April und Mai 2011 konnte der Bundesrahmentarifvertrag für die Brauwirtschaft bereits in 12 von 14 Tarifgebieten wieder in Kraft gesetzt werden; zuletzt am 16. Mai für die Brauereien Hessen/Rheinland-Pfalz (ohne Pfalz). Die Entgeltabschlüsse liegen im Durchschnitt bei drei Prozent.
In der Brauwirtschaft Berlin wurden die Entgelte rückwirkend zum 1. Januar 2011 um drei Prozent erhöht.
Auch in Bayern steigen die Entgelte um drei Prozent: zum 1. Mai 2011. Zusätzlich gibt es im Juni 2011 einmalig 100 Euro netto (in München 230 Euro).
In Baden-Württemberg erhöhen sich die Entgelte zum 1. Mai 2011 ebenfalls um drei Prozent und ab 1. Februar 2012 um 2,6 Prozent. Im Mai 2011 erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 250 Euro.
Für die Beschäftigten der Rheinisch-Westfälischen Brauereien gibt es rückwirkend zum 1. März 2011 eine Entgelterhöhung von drei Prozent und eine weitere von 2,6 Prozent zum 1. Februar 2012.
Auch im Tarifgebiet Sachsen/Thüringen steigen die Entgelte: für die Radeberger Gruppe (Radeberger Brauerei, Krostitzer Brauerei, Leipziger Brauhaus zu Reudnitz) rückwirkend zum 1. Februar 2011 um drei Prozent, für die Bitburger Gruppe (Wernesgrüner Brauerei, Köstritzer Schwarzbierbrauerei) zum 1. Juni 2011 um ebenfalls drei Prozent. Für alle Beschäftigten gibt es ab Mai 2012 eine Entgelterhöhung um weitere 2,6 Prozent.
In den Brauereien Hessen/Rheinland-Pfalz (ohne Pfalz) erhöhen sich die Entgelte zum 1. Mai/1. Juni 2011 um drei Prozent und zum 1. Mai 2012 um weitere 2,6 Prozent. In den Sauer-/Siegerländer Brauereien steigen die Entgelte rückwirkend zum 1. März 2011 um drei Prozent und zum 1. Februar 2012 um weitere 2,6 Prozent.
Warnstreiks in der Brauwirtschaft
Nach zahlreichen „vorösterlichen“ Warnstreiks in der bayerischen Brauwirtschaft „warnstreikten“ in der Woche nach Ostern auch Beschäftigte mehrerer Kölner Brauereien und der Pfungstädter Brauerei in Hessen: für angemessene Entgelterhöhungen und gegen Verschlechterungen im Bundesrahmentarifvertrag (BRTV).
In Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wurde der alte BRTV am 26. April 2011 wieder in Kraft gesetzt.
Angesichts der Tatsache, dass die bayerischen Brau-Arbeitgeber die Entgelte nur um 2,1 Prozent erhöhen, die Azubis nicht übernehmen und überdies den Bundesrahmentarifvertrag verschlechtern wollen, setzten die Beschäftigten die Warnstreiks auch in der Woche vor Ostern fort. „Wenn die Arbeitgeber bei ihrer Verweigerungshaltung bleiben, wird NGG ihre Mitglieder zur Urabstimmung für unbefristete Streiks aufrufen“, so Hans Hartl, Vorsitzender des NGG-Landesbezirks Bayern. Am 5. Mai 2011 wird weiterverhandelt.
Es gärt gewaltig in der deutschen Brauwirtschaft: Seit Montag, den 21. März 2011, gab es jeden Tag mindestens einen Warnstreik - aus Protest gegen die Pläne der Arbeitgeber, in einem neuen Bundesrahmentarifvertrag (BRTV) u. a. eine Niedriglohngruppe einzuführen und damit die Beschäftigten in „Kern- und Randbelegschaften zu spalten“. NGG will das verhindern. Claus-Harald Güster, stellvertretender NGG-Vorsitzender: „Der deutsche Brauerbund will Beschäftigte erster und zweiter Klasse, keinen Schutz vor Outsourcing, den Wegfall der Leistungszulage und keine Beschäftigungssicherung. Das ist für uns nicht akzeptabel. Wir wollen, dass gute Arbeit gerecht entlohnt wird – egal, in welchem Bereich.“
130 Beschäftigte der Nachtschicht beteiligten sich am heutigen Freitag ab Mitternacht am Warnstreik bei der Bremer Traditionsbrauerei (unser Foto). Gegen 13.45 Uhr erreichte uns die Meldung, dass der Brauereibetrieb komplett lahm gelegt wurde. Rund 600 Kolleginnen und Kollegen sind auf dem Weg zu einer großen Demonstration „um den Arbeitgebern Dampf unterm Hintern zu machen“.
31. März 2011: Kurz vor Beginn der Verhandlungen über einen neuen Bundesrahmentarifvertrag (BRTV) für die Brauwirtschaft protestierten Brau-Beschäftigte vor dem Verhandlungslokal in Bad Soden gegen die von den Arbeitgebern geplanten Verschlechterungen im BRTV.
Wie am Vortag bereits die Beschäftigten der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei in Berlin hat am 22. März 2011 erstmals auch die Belegschaft im Friesischen Brauhaus zu Jever die Arbeit für zwei Stunden niedergelegt. Auch sie protestierte mit dem Warnstreik gegen die Pläne des Brauerbundes, in einem neuen Bundesrahmentarifvertrag (BRTV) u. a. eine Niedriglohngruppe einzuführen und damit die Beschäftigten in „Kern- und Randbelegschaften zu spalten“.
Mit einem zweistündigen Warnstreik (s. Foto) haben rund 120 Beschäftigte der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei (Radeberger-Gruppe) in Berlin am 21. März 2011 für höhere Einkommen demonstriert. NGG fordert für die insgesamt 440 Beschäftigten in der Brauerei und der Transporttochter 5,5 Prozent mehr Geld. Bisher hat der Arbeitgeber nur 1,1 Prozent geboten. Überdies wehren sich die Beschäftigten gegen die Einführung einer niedrigeren Lohngruppe im Bundesrahmentarifvertrag (BRTV).
Zeitgleich zu den Tarifverhandlungen, die am 3. Februar 2011 in München fortgesetzt werden, traten die Beschäftigten folgender Brauereien in den Warnstreik: Spaten-Franziskaner-Bräu in München, Gilde Brauerei in Hannover, Brauerei Beck & Co. und Roland Brauerei Service in Bremen und Diebels in Issum. Bereits am Dienstag hatten die Beschäftigten der Privatbrauerei Dinkelacker in Stuttgart und der Stuttgarter Hofbräu für mehrere Stunden die Arbeit niedergelegt. Sie reagierten damit auf die Kündigung des Bundesrahmentarifvertrages (BRTV) durch den deutschen Brauerbund.
Im Vorfeld der Tarifverhandlungen, die am 3. Februar 2011 in München fortgesetzt werden, legte die Frühschicht der Privatbrauerei Dinkelacker in Stuttgart und der zum Radeberger-Konzern gehörenden Brauerei Stuttgarter Hofbräu am Dienstag für mehrere Stunden die Arbeit nieder. Die Beschäftigten reagierten damit auf die Kündigung des Bundesrahmentarifvertrages (BRTV) durch den deutschen Brauerbund.