Innovativste Branche der Ernährungswirtschaft
Auch 2006 war der intensive Strukturwandel in der Milchverarbeitung noch nicht abgeschlossen. Die europäische Agrarreform, ein Erstarken der Discounter im Milchbereich und die Nachfragemacht des Einzelhandels übten und üben verstärkt Druck auf die Branche aus. Auch die Überkapazitäten und der europäische Wettbewerb, vor allem mit den Niederlanden, Frankreich und Dänemark, setzt die Milchwirtschaft stark unter Druck.
Dieser Situation begegnete die Branche wie bereits in den Vorjahren mit Innovationen. Sie ist innovativste Branche in der Ernährungswirtschaft überhaupt. Produkte, die Gesundheit und Fitness fördern sowie Lebensmittelsicherheit garantieren, stehen bei den VerbraucherInnen hierbei besonders hoch im Kurs.
Im Exportbereich bieten die osteuropäischen Märkte auch zukünftig gute Absatzmöglichkeiten. Hier sind deutsche Markenerzeugnisse gefragt.
Standorterschließungen in osteuropäischen Ländern wird seit einiger Zeit mit Zurückhaltung gesehen. Es gibt sogar Stimmen, „die froh sind, dass sie aus z. B. Polen wieder weg sind“. (LZ 50, 15. Dez. 2005, S. 18) Die großen Erwartungen an die Ost-Erweiterung wurden nicht erfüllt. Pioniergewinne sind dahin geschmolzen, deshalb suchen sich Konzerne neue Märkte, etwa in der Ukraine und Weißrussland.
Umsatz zufrieden stellend, hohe Produktivität
2006 war in punkto Umsatz ein durchaus zufrieden stellendes Jahr: Er stieg im Wirtschaftszweig Milchverarbeitung (ohne Speiseeisherstellung) um 2,3 Prozent auf 21 Mrd. Euro. Die Umsatzproduktivität, also der Umsatz pro Beschäftigtenstunde, stieg auf 397 Euro: Das ist knapp zweieinhalb mal so hoch wie im Ernährungsgewerbe mit 167 EUR.
Beschäftigtenzahl geht stetig zurück
Die Anzahl der Beschäftigten ist seit 1995 kontinuierlich um gut 26 Prozent auf 32.195 gesunken.