Deutsches Milchkontor (DMK)
Der Standort Strückhausen ist von Schließung bedroht. Foto: DMK
Nachdem der Milchverarbeiter Deutsches Milchkontor (DMK) am 26. Oktober 2011 bekannt gegeben hat, die Werke in Magdeburg, Strückhausen (Kreis Wesermarsch) und Schleswig schließen zu wollen, hat die NGG Widerstand angekündigt.
Durch Produktverschiebungen in weiteren Standorten wären konzernweit 238 Arbeitsplätze betroffen. „Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer machen sich große Sorgen um ihre Zukunft. Wir halten das Standortkonzept nicht für alternativlos und werden es mit einem eigenen Gutachten prüfen lassen“, hat Melanie Mörchen, zuständige Gewerkschaftssekretätin im NGG-Landesbezirk Nord, angekündigt.
Noch ist das neue Werksstrukturkonzept nicht endgültig verabschiedet, doch auch der rechnerische Aufbau von 82 Arbeitsplätzen in Werken in Niedersachsen und Erfurt beruhigt die Arbeitnehmerseite nicht. „Es ist zu befürchten, dass die jetzt vorgelegten Pläne erst der Anfang vom Arbeitsplatzabbau bei DMK sind. Wir wollen daher einen Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen und werden unsere Möglichkeiten dafür nutzen.“
Die Gewerkschaft sieht die Restrukturierung des Unternehmens, das aus der Fusion von Humana und Nordmilch hervorgegangen ist, im Zusammenhang mit der Konkurrenz um den Milchauszahlungspreis. Für die Zustimmung zur politischen Fusion zur DMK-Großmolkerei wurde den genossenschaftlich organisierten Bauern das Versprechen eines hohen Milchgeldes gegeben. „Die Einlösung des Versprechens dürfen nicht die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit dem Verlust ihrer Arbeitsplätze bezahlen“, forderte Mörchen.
Hintergrund:
Das Deutsche Milchkontor ist der Branchenprimus in Deutschland. Mit Marken wie Milram oder Ravensberger gehört DMK zu den Top Ten der Milchindustrie in Europa. Der Konzern hat in Deutschland insgesamt rund 5.600 Beschäftigte.
Das Werk im nordrhein-westfälischen Lage wurde bereits im Sommer geschlossen. Um weitere Einsparungseffekte zu erzielen, sollen bis 2014 konzernweit insgesamt 238 Arbeitsplätze wegfallen. Mitte Oktober hatte DMK eine Fusionsabsicht mit der niederländischen Molkerei DOC Kaas bekannt gegeben. Damit treibt DMK die Bereinigung und Konsolidierung im deutschen Milchmarkt weiter voran.