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In der Verantwortung: vom Anfang bis zum Ende

Begehrte Zutat vieler Süßwaren. Bei der Haselnussernte sind Kinderarbeit und Ausbeutung seit Jahren ein bekanntes Problem. Foto: pixelio_segovax

Immer wieder machen Medienberichte über schlimme Arbeitsbedingungen in der Produktionskette von in Deutschland verkauften Süßigkeiten die Runde. Aktuell sorgt der in dieser Woche ausgestrahlte Beitrag „Die Haselnusskinder: Für einen Hungerlohn im türkischen Hochland“  für Furore. Und das zu Recht: In klaren und drastischen Bildern wird hier die Ausbeutung kurdischer Wanderarbeiter während der Haselnussernte in der Türkei gezeigt. Ganze Familien – Mütter, Väter und Kinder – arbeiten jedes Jahr für niedrigste Löhne in der Haselnussernte. Eine Alternative haben sie nicht.

„Wir wollen keine Krümel, sondern Kekse“

Nach einem Warnstreik beim Süßwarenhersteller Wolf in Arnstadt konnten Tarifverträge vereinbart werden

13. September 2011: Warnstreik beim Süßwarenhersteller Wolf in Arnstadt, Thüringen

Mit einem zweistündigen Warnstreik protestierten am 13. September 2011 mehr als 100 Beschäftigte des nicht tarifgebundenen Süßwarenherstellers Wolf (Continental Bakeries) im thüringischen Arnstadt gegen das „inakzeptable Angebot des Arbeitgebers“.

Dieser hatte 71,5 Prozent des geltenden Entgelttarifvertrages der Süßwarenindustrie Ost angeboten. Jens Löbel, NGG-Verhandlungsführer: „Das lassen wir uns nicht bieten! Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten in einer Vollkontischicht, das heißt sieben Tage die Woche, rund um die Uhr und das teilweise für einen Stundenlohn von derzeit 6,14 Euro. Die Branche verdient trotz des veränderten Konsumverhaltens weiterhin gutes Geld. In den Portemonnaies der Beschäftigten herrscht dagegen Ebbe.“

 

Kakao-Konferenz

„Was tun gegen Kinderarbeit in der Schokoladenbranche?“

Regina Dremmen (re.), Vorsitzende des Europäischen Betriebsrats bei Lindt, forderte gemeinsam mit belgischen Gewerkschaftern „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“.

Auf der „Kakao-Konferenz“ des von NGG mitbegründeten Netzwerks „cocoanet“ wurde am 24. Mai 2011 im belgischen Elewijt unter anderem ein Leitfaden vorgestellt, der Betriebsräten helfen soll, gegen prekäre Arbeit im Kakaosektor vorzugehen: speziell gegen Kinderarbeit, Kindersklavenarbeit und Kinderhandel.

Branchenseminar Süßwarenindustrie

Chancen und Risiken der Arbeitnehmerfreizügigkeit

Teilnehmende des Branchenseminars Süßwarenindustrie

Im Bildungszentrum Oberjosbach (www.bzo.de)  kamen rund 30 Betriebsräte der Süßwarenindustrie vom 15. bis 20. Mai 2011 zu ihrem jährlichen Branchenseminar zusammen. Vor dem Hintergrund der seit 1. Mai 2011 auch in Deutschland geltenden Arbeitnehmerfreizügigkeit diskutierten sie unter anderem die Themen prekäre Arbeit und Sozialdumping und wie etwa die europäische Gewerkschaftsföderation EFFAT (www.effat.org) hiergegen vorgeht.

Tarifabschluss für 50.000 Beschäftigte

Strahlende Gesichter bei der Großen NGG-Tarifkommission: Der Tarifabschluss ist vollbracht!

In der Süßwarenindustrie gibt es nach monatelangen Tarifverhandlungen nun endlich eine Einigung, der die Große Tarifkommission der NGG am 18. April 2011 zugestimmt hat. Die Entgelte der ca. 50.000 Beschäftigten steigen (nach einem Leermonat) für zwölf Monate um drei Prozent, danach für weitere zwölf Monate um weitere 2,8 Prozent. Auch die Altersvorsorge wurde verbessert (Details siehe Pressemitteilung vom 19. April 2011)
 

Europäische Gewerkschaftskonferenz

Kinderarbeit in Kakaobranche abschaffen!

Ergebnis der Konferenz „Fairer Handel, faire Arbeit“, an der vom 15. bis 17. September 2010 100 Delegierte von 21 Gewerkschaften aus 14 Ländern teilnahmen, ist die Entwicklung eines gewerkschaftlichen Netzwerks „cocoanet.eu“. Scharf kritisiert hat der NGG-Vorsitzende Franz-Josef Möllenberg, dass einige Unternehmen sich das Deckmäntelchen CSR (Corporate Social Responsibility) umhängten, ohne ihrer sozialen Verantwortung tatsächlich nachzukommen. Sie seien verpflichtet, beispielsweise die Konvention zum Verbot der Kinderarbeit nicht nur zu ratifizieren, sondern endlich auch umzusetzen.
Info: www.bzo.de

Tarifpolitik

Mit NGG gegen Altersarmut

Mit dem Ziel, den Tarifvertrag zur Altersvorsorge in der Süßwarenindustrie fortzuentwickeln, haben NGG und der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) nun eine gemeinsame Absichtserklärung vorgelegt.

Presse:

  • 14.03.2011: Süßwarenindustrie macht Belegschaften sauer
  • 15.12.2010: Süßwarenindustrie: NGG fordert bessere Altersvorsorge und höhere Entgelte
  • 17.09.2010: "Nachhaltigkeit heißt, Kinderarbeit endlich abzuschaffen!"
     

Buch: Leben ohne Mindestlohn

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