Ernährungsgewerbe

Branchenbericht 2007

Strukturelle Herausforderungen


2007 war die Entwicklung im Ernährungsgewerbe mit 6,7 Prozent Umsatzzuwachs mehr als zufrieden stellend. Zum Umsatz des gesamten Verar¬beitenden Gewerbes (z.B. Fahrzeugbau, Chemische Industrie, Elektroindustrie, Möbel-, Textil- und Maschinenbauindustrie) trägt das Ernährungsgewerbe knapp neun Prozent bei. Es rangiert damit an vierter Stelle im Verarbeitenden Gewerbe. Der Um¬satz im Verarbeitenden Gewerbe wuchs um 6,9 Prozent.


Geringeres Umsatzwachstum beim Ernährungsgewerbe im Vergleich zum Verarbeitenden Gewerbe ist durchaus normal. Zuwächse oder auch Rückgänge vollziehen sich im Ernährungsgewerbe deutlich langsamer und in abgeschwächter Form als im Verarbeitenden Gewerbe. Dies ist typisch für die Lebensmittelbranche. Sie reagiert auf konjunkturelle Einflüsse in rezessiven sowie auch in Aufschwungsphasen in der Regel langsamer und träger.


Das Ernährungsgewerbe sieht sich nach wie vor mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Kapazitätsüberhänge und internationale Konkurrenz bedeuten einen hohen Wettbewerbsdruck. Auch die stärker werdende Macht des Lebensmitteleinzelhandels wirkt sich negativ auf die Preisgestaltung aus. Zudem verschärfen EU-Agrarreform und Lebensmittelskandale den Druck auf die Branche.


Aus dem anhaltenden Strukturwandel resultiert tendenziell ein negativer Beschäftigungseffekt, seit dem Jahr 2000 sinkt die Zahl der ArbeitnehmerInnen kontinuierlich. Nach Einschätzung von Experten kann dem nur durch eine Steigerung der Wertschöpfung begegnet werden. Hierzu muss der Absatz qualitativ hochwertiger, gesundheitlich einwandfreier Lebensmittel steigen. Viele VerbraucherInnen unterstützen mittlerweile diese Entwicklung, indem sie die höheren Preise akzeptieren. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine ausreichende Kaufkraft der Haushalte. Eine nachhaltige Senkung der Lohnnebenkosten und eine aktive Tarifpolitik sind nach Ansicht der Branche die politischen Instrumente, um die Kaufkraft und damit die Arbeitsplätze in der Ernährungsbranche zu sichern.


Der Export mit einem Anteil von 17,4 Prozent am Umsatz in 2007 war bisher für das Ernährungsgewerbe eine wichtige Nachfragegröße, die mit ziemlicher Sicherheit auch in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Im Verarbeitenden Gewerbe liegt die Exportquote bei 45,1 Prozent.


Beschäftigung leicht rückläufig


In 2007 nahm die Zahl der Beschäftigten um 0,4 Prozent auf 428.404 ab. Im Verarbeitenden Gewerbe stieg die Beschäftigtenzahl um 1,7 Prozent. Die Beschäftigtenzahlen sind nicht auf Vollzeitkräfte umgerechnet.

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