Stärkeindustrie
Umsatzplus trotz Strukturproblemen
Auch 2007 konnte die Stärkeindustrie eine positive Umsatzentwicklung verbuchen. Dennoch hatte und hat auch diese relativ kleine Branche mit Strukturproblemen zu kämpfen. Überkapazitäten, die restriktive Agrarpolitik (z.B. die Senkung der Getreidepreise), Gentechnik und zunehmende Konkurrenz aus dem Ausland führen zu einem erhöhten Wettbewerbsdruck.
Die EU-Agrarreform wirkt sich besonders in der Stärkekartoffel verarbeitenden Industrie aus: Durch die Entkoppelung der Prämien wird den Landwirten der Anreiz genommen, weiterhin Kartoffeln zur Verarbeitung anzubauen. Nicht nur eine ausreichende Rohstoffversorgung der Fabriken ist damit in Gefahr, sondern durch den Wegfall der „Fabrikprämie“ schon ab 2011/12 werden den Verarbeitungsbetrieben auch notwendige Finanzmittel für Produkt- und Prozessinnovationen entzogen. Durch diese EU-Entscheidung sind Arbeitsplätze insbesondere in den strukturschwachen, ländlichen Räumen in Gefahr. Die NGG setzt sich dafür ein, dass beispielsweise die „Fabrikprämie“ bis 2012/13 und nicht nur bis 2011/12 zu erhalten ist. Wichtig ist hierbei, dass den Unternehmen eine Rechts- und Planungssicherheit gegeben wird. Damit hätten die Unternehmen Zeit gewonnen, um Produktalternativen, Anpassungsinvestitionen und Produktionsumstellungen im sozial verträglichen Rahmen vornehmen zu können.
Laut Statistischem Bundesamt waren 2007 in der Stärkeindustrie 2.388 Arbeitnehmer beschäftigt, und es wurden 1,5 Milliarden Euro umgesetzt.
Dass Deutschland ein besonderes Interesse an einer verlässlichen Stärkemarktregelung hat, zeigt sich auch daran, dass 44 Prozent der in der EU verarbeiteten Kartoffeln in Betrieben in Deutschland verarbeitet und dass 65 Prozent der Kartoffeln in Deutschland geerntet werden. Rohstoffe auf Stärkebasis sind regenerierbare Rohstoffe und deren Abbaubarkeit geschieht auf biologischer Grundlage.
Es bleibt daher unerlässlich, dass die Marktordnung für die Kartoffelstärke bis 2012/13 in der bisherigen Form erhalten bleibt.
Umsatz und Beschäftigung steigend
In 2007 stieg der Umsatz um 10,2 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Eine im Vergleich zur gesamten Ernährungsindustrie sehr positive Entwicklung. Hier konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 6,7 Prozent gesteigert werden.