Zuckerindustrie

Branchenbericht 2006 einschließlich 1. Halbjahr 2007

Reformierte Zuckermarktordnung bringt Beschäftigtenrückgang

Die neue Zuckermarktordnung löst den erwarteten Konsolidierungsprozess in Europa aus. Kapazitätsreduzierungen und Betriebsschließungen prägen das Bild in der Branche. Trotzdem entspricht die freiwillige Quotenrückgabe nicht den Erwartungen der EU. Nach Expertenschätzungen werden vor allem in Nord- und Südeuropa wegen der schlechten Ertragslage weitere Konsolidierungsmaßnahmen stattfinden.


Aufgrund der schlechten Quotenrückgabe wurde die neue Zuckermarktordnung von der Kommission erneut überarbeitet, um das Angebot einer freiwilligen Quotenrückgabe zu verbessern. Am 9. Oktober 2007 wurde die Modifizierung vom EU Wirtschafts- und Finanzministerrat verabschiedet. Der Kerngedanke ist folgender: Bei Antragstellung bis Ende Jan. 2008 werden den Zuckerunternehmen einmalig eine höhere Prämie für ihre Quotenrückgabe angeboten und zusätzlich wird der jährliche Beitrag in den Restrukturierungsfonds erlassen, aus dem Prämien-Rückgaben finanziert werden. Damit wird die Zuckermarktreform finanziell besser abgefedert. Dennoch der Druck auf die deutschen Standorte wird damit nicht kleiner.

Allerdings setzt sich die Zuckerindustrie schon seit einiger Zeit mit den Veränderungen auseinander: Produkt- und Prozessinnovationen stehen im Fokus wie z. B. das Bioethanol.

Umsatzentwicklung positiv


2006 war durch einen erheblichen Umsatzrückgang gekennzeichnet. Der Umsatz sank um 7 Prozent auf 3 Milliarden Euro. Dennoch stieg der Umsatz pro Beschäftigtenstunde um 1,9 % auf 368 Euro. Die Arbeitsproduktivität in der Zuckerindustrie war damit mehr als doppelt so hoch wie im Ernährungsgewerbe insgesamt (167 Euro).


Beschäftigung rückläufig


Die Anzahl der Beschäftigten ist seit 1995 kontinuierlich gesunken. 2006 waren mit 5.482 ArbeitnehmerInnen 7,7 Prozent weniger als im Vorjahr in der Branche tätig: Das bedeutet seit 1995 einen Rückgang um gut 25 Prozent.

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