Vom 25. bis 28. März 2008 trafen sich 32 Betriebsräte der deutschen Zuckerindustrie im Bildungszentrum Oberjosbach (BZO) zum Branchenseminar. Themen waren Zuckermarktordnung, Entwicklung der Berufsgenossenschaft, tarifliche Altersvorsorge, tarifliche Situation sowie Personalentwicklung und Qualifizierung vor dem Hintergrund der möglichen Strukturveränderungen durch die Zuckermarktordnung.
Hinsichtlich der Zuckermarktreform ist die Situation für die Zuckerindustrie und deren Beschäftigte besonders schwierig. Die Reform befindet sich mitten in der Umsetzung und hat in Deutschland schon zur Anpassung in den Strukturen geführt. Da sich aber die Erwartung, dass die weniger produktionsstarken EU-Länder in ausreichender Menge Quotenzucker an den Restrukturierungsfonds zurückgeben, nicht erfüllt hat, hat die EU den Druck erhöht: auch die Länder mit starken, zukunftsfähigen Standorten wie Deutschland, Frankreich und Polen müssen nun die Zuckermenge reduzieren. Aktuell fehlen noch 1,2 Millionen Tonnen Zuckerquote, die an den Fonds zurückgegeben werden müssen. Zum Zeitpunkt des Seminars war noch nicht abzusehen, wie viel hiervon auf die deutschen Standorte entfallen wird.
Wolfgang Endling, zuständiger NGG-Referatsleiter: „Klar ist, dass diese Reduzierung in der Zuckerproduktion negative Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen haben könnte. Für kommende Tarifrunden wird die Situation für die Beschäftigten also nicht einfacher. Wir werden daher die Zeit bis zu den nächsten Tarifverhandlungen nutzen und unsere Tarifpolitik darauf ausrichten.“