Michaela Rosenberger: Keine weitere Verschlechterung des Jugendarbeitsschutzes!

Hamburg – 13. Juni 2006.

„Eine weitere Verschlechterung des Jugendarbeitsschutzes, wie sie dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA und der CDU/CSU vorschwebt, ist völlig inakzeptabel”, erklärte Michaela Rosenberger, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), am Dienstag in Hamburg. Der Vorschlag, das Jugendarbeitsschutzgesetz insbesondere in punkto Arbeitszeiten aufzuweichen und dafür im Gegenzug zusätzliche Ausbildungsplätze für unter 18-Jährige zu schaffen, zeuge zudem von völliger Unkenntnis der Ausbildungssituation im Gastgewerbe.

„Anders als in anderen Branchen gibt es im Gastgewerbe schon jetzt zu viele Auszubildende: von 650.000 Beschäftigten sind mehr als 100.000 Azubis, Tendenz steigend. Das ist ein krasses Missverhältnis und ein weiterer Beleg dafür, dass immer mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigte durch Azubis oder Minijobber ersetzt werden.“ so Rosenberger. Die Branche bilde ganz bewusst über Bedarf aus, da es wegen der zumeist extrem harten Arbeitsbedingungen (Überstunden, ausbildungsfremde Tätigkeiten, rüder Umgangston etc.) eine Abbrecherquote von teilweise 40 Prozent gebe. 80 Prozent derer, die bis zum Schluss durchhalten, wechseln nach der Ausbildung die Branche.

Rosenberger: „Warum also noch mehr junge Menschen noch schlechter ausbilden statt weniger, dafür aber gut? Überdies werden schon jetzt die Arbeitsschutz-bedingungen für Auszubildende kaum eingehalten. Eine weitere Verschlechterung würde die Ausbeutung der jungen Menschen befördern, nicht ihren Schutz!“

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