Möllenberg: Kombilohn nur in Verbindung mit Mindestlohn

Hamburg – 18. Juli 2006.

Als voreiliges Signal hat Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), die Kombilohnpläne von Arbeitsminister Franz Müntefering bezeichnet. „Wir brauchen keine Schnellschüsse, um das Sommerloch zu füllen“, so Möllenberg heute auf einer Veranstaltung seiner Organisation in Hamburg. Alle bisherigen Versuche, mit Kombilöhnen mehr Menschen in Beschäftigung zu bringen, seien bisher mangels Nachfrage oder an den damit aufgestellten enormen bürokratischen Hürden gescheitert. Zu befürchten seien überdies Mitnahme- und Drehtüreffekte.

„Die Tarifpartner sind vielmehr gefordert, gemeinsam Programme zu entwickeln, damit ältere Beschäftigte mit ihrer Berufserfahrung im Beruf gehalten und den veränderten Anforderungen entsprechend qualifiziert werden. Beispielsweise entwickeln die Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss und die Gewerkschaft NGG gemeinsam Vorschläge zum Thema ‚Älter werden im Betrieb’.“

Möllenberg erinnerte daran, dass die Bundeskanzlerin angekündigt hatte, Kombilöhne für sehr eng begrenzte Personenkreise nur gemeinsam mit Mindestlöhnen einzuführen. „Schnellschüsse zur Lohnsubventionierung für Ältere sind nicht geeignet, den Niedriglohnsektor zurückzudrängen. Wir erwarten, dass der Arbeitsminister wie angekündigt im Herbst ein schlüssiges Konzept vorlegt, in das auch gesetzliche Mindestlöhne von mindestens 7,50 Euro je Stunde gehören.“

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