Hamburg – 13. Oktober 2006
„Die Zahlen zum September übertreffen die schlimmsten Befürchtungen. Einen solchen Negativrekord hat es in den letzen Jahren nicht gegeben“, sagte Michaela Rosenberger, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), angesichts der aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit zur diesjährigen Ausbildungsplatzsituation.
„Einen Start in die Ausbildung bekommen immer weniger Jugendliche. 50.000 Bewerberinnen und Bewerber bleiben auch in diesem Jahr wieder unberücksichtigt und verlieren so die Chance auf eine berufliche Zukunft“, betonte Rosenberger. Dass fast 8.000 Ausbildungsplätze weniger als im Vorjahr zur Verfügung stehen und sich dazu noch mehr als 50 Prozent „Altbewerber“ aus dem vergangenen Jahr erneut beworben haben, zeige deutlich, dass der Ausbildungspakt schon seit Bestehen ohne positive Wirkung sei.
Die Aussagen von Arbeitgebern, dass vor allem die schlechte Ausbildungsreife der Bewerber Mitschuld an der Misere trage, hält Rosenberger für völlig überzogen und verantwortungslos: „Noch nie konnten Arbeitgeber aus einer solchen Vielzahl von Bewerbern aussuchen. Das wirkliche Problem ist, dass die Wirtschaft immer mehr Ausbildungsstellen abbaut. Jetzt geht es vor allem darum, denen zu helfen, die keinen Ausbildungsplatz bekommen haben. Hier müssen die Bundesagentur für Arbeit und die Bundesregierung schnellstmöglich eingreifen und alternative Angebote zur Verfügung stellen. Letztendlich darf jedoch nicht die konjunkturelle Situation darüber entscheiden, wem wir eine berufliche Zukunft schaffen und wem nicht.“
„Eine Lösungsmöglichkeit der Misere könnte die Umlagefinanzierung sein, damit das System der dualen Ausbildung wieder auf einer Mehrzahl von Betrieben und Unternehmen aufbaut und nicht nur auf 22 Prozent der Betriebe“ so die NGG-Vizin.