Michaela Rosenberger: Alter Wein in neuen Schläuchen

Gewerkschaft NGG zum DIHK-Zukunftsmodell der dualen Ausbildung

Hamburg – 24. Januar 2007

Dem von Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), vorgestellten Modell zur Zukunft der betrieblichen Ausbildung bescheinigte Michaela Rosenberger, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), wenig Innovationskraft. „Wirklich Neues ist dem DIHK-Entwurf nicht zu entnehmen. Dass die Arbeitgeber für die Modularisierung von ganzheitlichen Lernerfahrungen plädieren, ist ein alter Hut“, sagte sie am Mittwoch auf einer Veranstaltung ihrer Organisation in Hamburg.

„Schon seit langer Zeit setzt die NGG als Sozialpartner auf die berufsfeldbreite Grundbildung und anschließende Fachbildung, so etwa bei der modernisierten Ausbildung zur Fachverkäuferin/zum Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk. Nach der gemeinsamen Grundbildung für alle Auszubildenden werden die in den unterschiedlichen Betrieben geforderten Qualifikationen mit den jeweiligen Schwerpunkten Bäckerei, Konditorei und Fleischerei erworben.“ Ähnlich sei es auch für die Berufe im Hotel- und Gaststättengewerbe, für die eine gemeinsame 24-monatige Grundbildung gelte und die sich im dritten Ausbildungsjahr differenzierten. „Dies geht alles auch ohne die vom DIHK vorgeschlagene Modularisierung“, so die NGG-Vize.

Positiv sei es, so Michaela Rosenberger, dass „endlich auch die Arbeitgeber einsehen, dass die jüngsten Entwicklungen – die zweijährige verkürzte Ausbildung mit dem Ergebnis von Splitterberufen – in die Irre führen“.

„Was wir brauchen ist nicht die von Braun angestrebte und auf einzelne Betriebe ausgerichtete Spezialisierung durch in sich geschlossene Module, sondern ein erhöhtes Maß an Durchlässigkeit und Transparenz in der beruflichen Bildung.“ So sei es längst überfällig, dass bestimmte Lerninhalte und Erfahrungen auch auf zukünftige Fachhochschul- und Hochschulausbildungen angerechnet würden. „Das Interesse an der dualen Ausbildung auch von Abiturienten ist weiterhin hoch, aber nur, wenn Arbeits- und Ausbildungsbedingungen stimmen. Hier sind die Arbeitgeber gefordert, verstärkt mit der Gewerkschaft NGG für eine vernünftige und hochwertige Ausbildung zu sorgen“, erklärte Michaela Rosenberger.

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