Internationaler Frauentag
Hamburg – 7. März 2007.
Michaela Rosenberger, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), auf einer Veranstaltung ihrer Organisation in Hamburg:
„Frauen sind nicht nur Mütter – aber jede Frau ist eine potenzielle Mutter. Dafür haben sie ihren Preis zu zahlen. Die Statistiken, die jedes Jahr zum Internationalen Frauentag veröffentlicht werden, machen deutlich: Noch immer verdienen Frauen in Deutschland deutlich weniger als Männer. Schlimmer noch: Während sich in der EU die Schere langsam schließt und von 16 auf 15 Prozent verringert hat, geht sie in Deutschland weiter auseinander. Nach 21 Prozent in 1995 betrug der Abstand 2003 bereits 23 Prozent!
In keinem Land ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie so schlecht zu regeln wie in Deutschland. Nicht umsonst hat die Politik die Probleme der Kinderbetreuung auf die Tagesordnung gesetzt. Wir erwarten aber nun, dass endlich konstruktive Vorschläge kommen und diese schnell umgesetzt werden. Die Scheingefechte der Koalitionäre sollten unterbleiben, sie helfen nicht, die Probleme zu lösen.
Viele Frauen arbeiten im personenbezogenen Dienstleistungssektor – häufig zu Niedrigstlöhnen, die teilweise sittenwidrig sind. Für die Gewerkschaft NGG ein Grund, am Internationalen Frauentag die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn in den Focus ihrer Aktivitäten zu stellen. Arbeit darf nicht arm machen. 20 Staaten in der EU haben bereits einen Mindestlohn, in Deutschland ist er überfällig!“
Weitere Aktivitäten finden in Betrieben der Süßwarenindustrie statt.
Die Arbeitgeber haben den Manteltarifvertrag zum 31. Januar 2007 gekündigt und massive Verschlechterungen gefordert. Die zum Teil drastischen finanziellen Einbußen würden vor allem Frauen treffen, die bereits in den unteren Entgeltgruppen arbeiten.