Wetzlar – 21. April 2007.
Zum Frühjahrsgutachten der fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hat Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), auf einer Veranstaltung seiner Organisation am Samstag in Wetzlar erklärt:
„Die Unternehmen investieren zwar wieder, der private Verbrauch dümpelt jedoch weiter vor sich hin. Arbeitsplätze entstehen vor allem im Niedriglohnbereich. Der Zuwachs prekärer Beschäftigung koppelt immer mehr Beschäftigte von der allgemeinen Entwicklung der Löhne und Gehälter ab. Damit der Aufschwung auch längerfristig zum Tragen kommt, ist die Stärkung der Binnennachfrage dringend notwendig. Deshalb müssen die Einkommen kräftig steigen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen in der diesjährigen Tarifrunde am Aufschwung beteiligt werden.
In einigen Branchen wie der Süßwarenindustrie wollen die Arbeitgeber jedoch die Rolle rückwärts und ihren Beschäftigten durch Kürzungen beim Urlaubs- oder Weihnachtsgeld kräftig in die Tasche greifen. Die Warnstreikwelle in dieser Woche mit mehr als 2.000 Beteiligten hat jedoch gezeigt, dass die Kolleginnen und Kollegen bereit sind, für die Erhaltung der tariflichen Leistungen, gegen eine Verlängerung der Arbeitszeit und ihren gerechten Anteil am Aufschwung zu kämpfen."