Michaela Rosenberger: 7,50 Euro sind das Mindeste!

„Es ist ein Skandal, dass die Große Koalition es nicht schafft, endlich vernünftige und menschenwürdige Vorschläge für die Neuordnung des Niedriglohnsektors und vor allem für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns auf den Tisch zu legen. Die Entscheidung wurde erneut vertagt. Selbst wenn Bundesarbeitsminister Franz Müntefering jetzt ein Lohn von 6,50 Euro ‚vorschwebe’, sei dies völlig unzureichend und inakzeptabel.

In keinem europäischen Land ist der Niedriglohnsektor in den vergangenen Jahren so stark gestiegen wie in Deutschland. Für Dienstleistungen wie im Gastgewerbe liegen die Löhne hierzulande bereits unter dem europäischen Durchschnitt. Betroffen sind vor allem Frauen. Ein Drittel aller vollzeitbeschäftigten Frauen arbeitet heute im Niedriglohnbereich oder zu Armutslöhnen. Wer arbeitet, muss aber davon leben können. Deshalb sind 7,50 Euro brutto pro Stunde das Mindeste und auch nur ein Einstieg für die schrittweise Erhöhung des Mindestlohns auf neun Euro.

Unsere Nachbarländer haben es uns erfolgreich vorgemacht. In 20 von 27 EU-Ländern gibt es gesetzliche Mindestlöhne. Nirgends ist die Arbeitslosigkeit gestiegen, wie es neoliberale Politiker und ihre Scharfmacher es uns immer wieder einreden wollen. Und auch zwei Drittel der Bundesbürger – quer durch alle Wählerschichten – spricht sich für einen Mindestlohn aus.

Wir werden mit der Initiative Mindestlohn von ver.di und NGG den Druck auf die Politik erhöhen. Heute startet die Mindestlohn-Tour, die in der nächsten Woche am
9. Mai in Lübeck mit der Ausstellung ‚Den Hungerlöhnern ein Gesicht geben’ und weiteren Aktionen Station machen wird.“

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