Münster – 10. November 2007.
Eine gerechtere Steuerreform und einen gesetzlichen Mindestlohn hat Michaela Rosenberger, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), auf einer Veranstaltung ihrer Organisation am Samstag in Münster gefordert.
„Es ist zynisch und menschenverachtend, dass die Börsenkurse steigen, wenn die Dax-Unternehmen Tausende von Arbeitsplätzen vernichten und gleichzeitig die Ausschüttungen – so wie in diesem Jahr – um weitere 30 Prozent steigen.“ So liege der Durchschnittsverdienst deutscher Vorstandschefs in Dax-Unternehmen bei vier Millionen Euro pro Jahr. Der deutsche Durchschnittsverdiener müsste dafür mehr als hundert Jahre arbeiten oder drei Leben haben. „Es kann doch nicht sein, dass eine Vermögensteuer deshalb nicht eingeführt wird, weil dann die Reichen ihr Vermögen einfach ins Ausland bringen würden.“
Auf der anderen Seite seien trotz regulärer Vollzeitarbeit Millionen Männer und Frauen arm. „Immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten Zuschüsse aus Hartz IV, weil sie von ihrem kümmerlichen Lohn nicht leben können. Das ist zutiefst unwürdig und muss sich ändern. Deutschland ist Europameister beim Niedriglohn. Unsere europäischen Nachbarn haben ein Rezept gegen sittenwidrige Niedriglöhne und die damit verbundene Armut. Es muss auch in Deutschland angewendet werden: der gesetzliche Mindestlohn – mit 7,50 Euro pro Stunde beginnen und schrittweise auf neun Euro erhöhen!“