Nein zur „Ampel“
Hamburg – 21. Februar 2008.
Übergewicht und Adipositas sind eines der großen gesellschaftlichen Probleme, die von der Öffentlichkeit noch nicht hinreichend wahrgenommen werden. Deshalb hat sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auch vor dreieinhalb Jahren als Gründungsmitglied an der Plattform Ernährung und Bewegung beteiligt. „Die Ende Januar veröffentlichte Nationale Verzehrstudie bestätigt unsere Befürchtungen und unser Engagement. Typische Folgeerkrankungen verursachen 30 Prozent aller Gesundheitskosten: jährlich mehr als 70 Milliarden Euro. Die Verzehrstudie hat aber auch gezeigt, dass ein Großteil der Verbraucherinnen und Verbraucher seinen eigenen Energiebedarf nicht einschätzen kann“, so der NGG-Vorsitzende Franz-Josef Möllenberg.
Die Gewerkschaft NGG unterstützt den Nationalen Aktionsplan zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten.
Zur aktuellen Diskussion der Nährwertkennzeichnung – „Ampel ja oder nein“ – erklärte Möllenberg:
„Wir brauchen ein leicht verständliches, differenziertes Informationssystem über Nährwerte und die Zusammensetzung von Lebensmitteln. Ein vereinfachendes System wie die Ampel in Großbritannien mit der Einteilung in ‚gut’ und ‚schlecht’ ist jedoch nicht geeignet. Mit der freiwilligen Visualisierung von Nährwerten in Zusammenhang mit empfohlenen Tageswerten hat die Industrie einen richtigen Schritt getan. Allerdings reicht diese Kennzeichnung auf freiwilliger Basis nicht aus, da die Vergleichbarkeit der Lebensmittel nicht gewährleistet ist. Notwendig ist eine verpflichtende gesetzliche, gegebenenfalls eine EU-weite Regelung zur Kennzeichnung von Nährwerten. Dies muss ergänzt werden durch die Etablierung von Ernährung und Bewegung als Schulfach und als Thema in Kindertagesstätten.“
Die komplette Fassung des NGG-Positionspapiers zur Nährwertkennzeichnung ist veröffentlicht unter: www.ngg.net/projekte_standpunkte/standpunkte_zu/lebensmittelpolitik/