Bundeskonferenz jungeNGG
Gladenbach – 19. April 2008.
Die Warnungen des ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog vor einer so genannten Rentner-Demokratie und seine Kritik an der außerplanmäßigen Rentenerhöhung hat Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), am Samstag auf der Bundeskonferenz jungeNGG in Gladenbach (Hessen) scharf zurückgewiesen. „Wir lassen uns nicht auseinander dividieren. Es ist unverantwortlich und gefährdet den sozialen Frieden, wenn immer wieder behauptet wird, die Älteren würden die Jüngeren ausplündern.“
Offensichtlich solle von der Frage nach der sozialen Gerechtigkeit und den Ursachen des Gegensatzes von arm und reich abgelenkt werden. „Der demographische Wandel darf nicht genutzt werden, um den fortgesetzten Sozialabbau und leere öffentliche Kassen zu rechtfertigen. Die bescheidene Rentenerhöhung mache noch nicht einmal die Preissteigerungen wett. Nicht die demographische Entwicklung belastet die Sozialkassen, sondern prekäre Beschäftigung, Niedriglöhne und sinkende Realeinkommen“, so der NGG-Vorsitzende.
„Teilweise exorbitante Managergehälter, die weiterhin bestehende Massenarbeitslosigkeit und ein ausufernder Niedriglohnsektor sowie ungesicherte Arbeitsverhältnisse zeigen, dass wir kein demographisches, sondern ein ökonomisches Problem haben. Deshalb ist es notwendig, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit existenzsichernden Löhnen zu schaffen.“