NGG macht Kampagne zur Leiharbeit

Möllenberg: Armut muss bekämpft werden!

Dortmund – 23. Mai 2008.


Auf einer Konferenz des NGG-Landesbezirks Nordrhein-Westfalen stellte Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), fest, dass der „Armuts- und Reichtumsbericht“ der Bundesregierung letztendlich ein Armutszeugnis für die Politik sei: „Alle Warnungen der Gewerkschaften in den letzten Jahren sind in den Wind geschlagen worden, und die Polarisierung der Gesellschaft hat sich verstärkt und verschärft.“


Eine Ursache hierfür sieht der NGG-Chef in der Aushöhlung des Tarifvertragssystems. Deshalb sei die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 7,50 Euro pro Stunde aktueller denn je. Hinzu komme die bedrohliche Entwicklung im Bereich prekäre Beschäftigung: von 400-Euro-Jobs bis hin zur Zunahme von Leiharbeit. „Leiharbeit muss Regeln unterworfen werden. Es muss der Grundsatz ‚Fair statt prekär’ gelten!“, so Möllenberg. Die Aufspaltung der Belegschaften in unbefristet, befristet, geringfügig Beschäftigte und Leiharbeitnehmer dürfe nicht dazu führen, dass der Grundsatz „Gleiche Arbeit – Gleicher Lohn“ ausgehebelt werde. „Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden“, kündigte Möllenberg eine breit angelegte NGG-Kampagne zur Regelung der Leiharbeit an.


In Nordrhein-Westfalen seien in den Betrieben der Ernährungswirtschaft zwischen drei und 20 Prozent der Arbeitnehmer mittlerweile Leiharbeitnehmer, denen Tarifrechte wie Bezahlung, Urlaub, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Zuschläge vorenthalten würden.

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