Hamburg – 4. Juli 2008.
„Es gilt jetzt mehr denn je, Fachkräfte von morgen zu fördern“, so Michaela Rosenberger, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). „Insbesondere in den technischen Berufen sind Frauen immer noch unterrepräsentiert, ein Umstand, auf den die OECD schon seit Jahren verweist, der aber in vielen Unternehmen nicht angekommen ist. Es gilt, insbesondere bei jungen Frauen ihr Technikinteresse zu fördern und Vorbehalte in den Betrieben abzubauen“.
Darüber hinaus müsse die Durchlässigkeit von dualen und schulischen Systemen verbessert werden. „Gerade unsere Auszubildenden haben ein hohes Maß an Wissen und Erfahrung gesammelt, das durch gezielte und fördernde Weiterbildung bis hin zum Studium eine hervorragende Grundlage für die Qualifikationsmerkmale von morgen darstellt.“ Rosenberger hat die Arbeitgeber aufgefordert, die Weiterbildung finanziell zu unterstützen und Freistellungen zu ermöglichen. Hierfür sei jedoch auch eine langfristige Personalplanung in den Betrieben notwendig, die jenseits von Konjunktur und Rezession ihr Einstellungs- und Weiterbildungsverhalten ändern müsse.
Michaela Rosenberger warnte davor, jetzt frühzeitig Entwarnung auf dem Ausbildungsstellenmarkt zu geben. „Selbst die Bundesagentur für Arbeit geht in ihrem Bericht sehr vorsichtig mit den vorliegenden Zahlen um. Nach allen Einschätzungen werden auch in diesem Jahr viele Schulabgänger keinen betrieblichen Ausbildungsplatz erhalten und sich dem immer noch nicht kleiner werdenden Heer von 300.000 Altbewerbern anschließen müssen. Gerade für diese jungen Menschen sind Berichte über den Fachkräftemangel wie Hohn – bekommen sie doch noch nicht einmal die Chance, überhaupt welche zu werden.“