Solidarität ungebrochen
Text auf dem Plakat: "Für unsere Arbeit und unsere Rechte kämpfen wir!"
Am Samstag, dem 20. Februar 2010, erlebte die türkische Hauptstatdt Ankara eine Großdemonstration von mehr als 40.000 Gewerkschaftern aus allen Landesteilen. Gewerkschafts- und branchenübergreifend demonstrierten u.a. Bergleute, Beschäftigte aus der Zuckerindustrie, aus dem Gastgewerbe, der Mineralölindustrie, Metallarbeiter und Beschäftigte der Kommune. Unterstützt wurden sie darüber hinaus von Studierenden und namhaften Künstlern.
Im Auftrag der Gewerkschaft NGG übergab Ibrahim Ocak, Geschäftsführer der NGG-Region Unterfranken, vor dem Gewerkschaftshaus offiziell eine Geldspende in Höhe von 8.800 Euro, die auf dem NGG-Solidaritätskonto eingegangen war.
Die finanzielle Unterstützung wird direkt und vorrangig für die Versorgung mit Lebensmitteln verwendet. Weitere Spenden sind dringend notwendig.
Ibo Ocak besuchte auch die seit Dezember 2009 Demonstrierenden in ihrer „Zeltstadt“ und schilderte dramatische Verhältnisse: „Die Kolleginnen und Kollegen von TEKEL leben seit Wochen auf der Straße, fast unter freiem Himmel, die ‚Zelte’ bestehen nur aus Kunststofffolien. Die hygienischen Verhältnisse sind katastrophal. Große Unterstützung kommt von der Bevölkerung, die die Demonstrierenden mit Tee und Lebensmitteln versorgt.“
Die Regierung Erdogan hat ein Ultimatum bis 28. Februar 2010 gesetzt: Entweder werde die „Zeltstadt“ freiwillig geräumt oder durch Staatsgewalt beseitigt. Ibo Ocak befürchtet gewaltsame Auseinandersetzungen, „denn die Menschen, insbesondere auch viele Frauen, sind entschlossen, weiter zu kämpfen und sogar bereit, ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Aber ich habe auch eine nie dagewesene Solidarität erlebt. Aus allen Ecken der Türkei, aus den Grenzregionen zum Irak und Iran, sind die Betroffenen gekommen und kämpfen gemeinsam.“