„Mit Hilton bin ich länger verheiratet als mit meiner Frau.“ 1976 wechselte der gelernte Bürokaufmann Manfred Monjé (*1956) von der Automobilbranche („War mir zu langweilig“) ins Hotel Hilton nach Mainz. Kurze Zeit später mischte er bereits im Betriebsrat (BR) mit. Damals habe die BR-Sitzung noch auf Kisten im Lager stattgefunden und eine Abstimmung sei so lange wiederholt worden, bis das Ergebnis „gestimmt“ habe. Die Mitgliedschaft bei NGG sei zunächst so eine Art Versicherung gewesen, die Überzeugung sei erst später hinzugekommen.
Mittlerweile ist der eingefleischte Mainzer („Mainz bleibt meins“) Vorsitzender des Betriebsrats, des Gesamtbetriebsrats (GBR) und Koordinator des Europäischen Betriebsrats (EBR): „Agieren statt reagieren ist meine Devise. Ich weiß, wo ich hinwill und lasse mich nur ungern führen. Aber ich habe auch gelernt, Schwächen zuzugeben, zu delegieren und die Meinung anderer zu respektieren. Ich bin nur dann gut, wenn starke Leute hinter mir sind: auch auf die Gefahr hin, dass sie irgendwann einmal meinen Job wollen.“ Anfangs sei es nicht leicht gewesen, sich als Betriebsratsvorsitzender gegen das in der Branche übliche patriarchalische Management durchzusetzen: „Sie haben versucht, mich loszuwerden, indem sie Kollegen kaufen wollten. Aber die standen hinter mir.“
Monjé ist auch heute noch sehr engagiert, aber gelassener. Er genießt es, wenn er anderen den Rücken stärken kann und etwas, das er angeschoben hat, sich weiterentwickelt. Hierzu gehört, dass der Hotelkonzern erkannt hat, wie wichtig positive Mitarbeiterführung und soziale Verantwortung sind, aber auch dass die Beschäftigten sich ihm mit ihren Sorgen anvertrauen. Zu seinen Erfolgen zählt überdies der 2003 gemeinsam mit NGG abgeschlossene Altersteilzeit-Tarifvertrag: bis dato einmalig in der Hotellerie. Monjé: „Als Betriebsrat muss man nicht nur kreativ und lernbegierig sein, sondern auch konflikt- und konsensfähig und vor allem verlässlich. Das hat den BR, den GBR und den EBR stark gemacht. Wir machen das, was wir ankündigen.“