NGG-Funktionäre und Betriebsräte fordern mehr soziale Gerechtigkeit auch im Musterländle:
Mainau – 23. Februar 2011
Die aktuelle Situation nach der Wirtschaftskrise, die Rente mit 67 und die unzureichenden Zugeständnisse der schwarz-gelben Regierungskoalition beim Thema Mindestlohn für Leiharbeitnehmer sind heute Nachmittag Themen eines Treffens des Vorstands der Region Baden Württemberg-Süd der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit Betriebsräten auf der Insel Mainau.
Angesichts der kommenden Landtagswahlen müsse die Umsetzung von mehr sozialer Gerechtigkeit auch bei der baden-württembergischen Landesregierung ganz oben auf der Tagesordnung stehen, so der NGG-Vorsitzende Franz-Josef Möllenberg auf Mainau. Dazu gehöre die Forderung nach „gleichem Lohn für gleiche Arbeit“ („Equal Pay“). Die Tatsache, dass zunehmend Leiharbeitnehmer staatliche Zuschüsse beantragen müssen, obwohl sie dieselbe Arbeit wie tariflich abgesicherte Stamm-Arbeitnehmer leisten, sei ein sozialpolitischer Skandal. "Den Mitarbeitern geht es an die Menschenwürde und der Staat muss – statt Steuern einzunehmen – Lohnzuschüsse bezahlen."
Möllenberg: „Leider lässt auch das Engagement des baden-württembergischen Ministerpräsidenten zum Thema flächendeckender Mindestlohn von 8,50 Euro und „Equal Pay“ - gelinde gesagt – sehr zu wünschen übrig. Artikel 1 (Schutz der Menschenwürde), Artikel 3 (Gleichheitsgrundsatz) und Artikel 12 (Berufsausübung) des Grundgesetzes gelten auch für die Gleichbehandlung von Leiharbeitnehmer und müssen von der Politik durchgesetzt werden. Herr Mappus sollte endlich aufwachen und sich auch für seine weniger privilegierten Beschäftigten im Ländle einsetzen!“