Hamburg - 13. März 2011
Preisdruck durch Lebensmitteleinzelhandel und Discounter bringt Lieferanten an den Rand des wirtschaftlichen Ruins und vernichtet Arbeitsplätze.
Der seit Jahren tobende Preiskampf der großen Lebensmittelketten und Discounter in Deutschland sorgt bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) tagtäglich für neue Horrormeldungen. Weil die großen Ketten gnadenlos die Lieferantenpreise nach unten diktieren, sehen diese sich vielfach mit dem Rücken an der Wand – und bauen Arbeitsplätze ab.
„Der Kampf um den niedrigsten Preis wird letzten Endes auf dem Rücken der Beschäftigten der Lebensmittelerzeuger ausgetragen“, schimpft der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg, der zum wiederholten Mal eine „dringende Überprüfung und Verschärfung des Wettbewerbsrechtes“ fordert.
Die Macht der großen Supermarktketten nehme stetig zu und drohe, die Lieferanten „finanziell zu erwürgen“. Möllenberg: „Wir fordern die Bundesregierung dringend auf, das Kartellrecht zu erweitern und eine umfassende Untersuchung der Nachfragemacht der Einzelhandelskonzerne sowohl unter Wettbewerbsaspekten als auch unter sozialen und ökologischen Kriterien. Zusätzlich fordern wie einen Ombusdsrat, der endlich die zunehmenden Probleme mit den unter Existenzdruck geratenen Lieferfirmen klärt und für mehr Transparenz sorgt.“
Die sechs größten Supermarktketten in Deutschland vereinen derzeit einen Marktanteil von 90 Prozent. Diese Marktmacht führt zu einem Preisdruck auf die Hersteller, den Bauernverbandpräsident Sonnleitner schon 2008 angesichts magerer Milchpreisangebote offen als „Erpressungsversuche“ bezeichnete.