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Starker Protest der Lieken-Mitarbeiter

“Feuer und Flamme für unsere Arbeitsplätze“

Hamburg, 15. März 2011

 

Pünktlich um „fünf vor zwölf“ haben am gestrigen Montag bis zu 80 Beschäftigte von Lieken in Essen-Borbeck eine heute Mittag zu Ende gegangene, 24stündige „WarnWache“ begonnen, um gegen die geplante Schließung der Lieken-Standorte Achim (bei Bremen) und Bernau (bei Berlin) zu protestieren. Seit 2001 hat Lieken bereits elf Werke dichtgemacht; jetzt haben die Belegschaften der deutschen Standorte augenscheinlich die berühmte Nase voll vom Streichkonzert des Managements.

 

Nicht nur die Arbeitnehmervertreter im Lieken-Aufsichtsrat halten die beabsichtigten Stilllegungen für eine unternehmerische Fehlentscheidung. Leider müssen Gesamtbetriebsrat, Betriebsräte und NGG feststellen, dass das Klima für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit durch das Vorgehen des Vorstandes seit Monaten schwer belastet ist.

 

Da ist es kein Wunder, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Lieken quer durch die Republik entsetzt die Köpfe schütteln. Sie sind schockiert und wütend, dass man im Management leichtfertig glaubt, so rücksichtslos mit den Belegschaften in Achim und Bernau umspringen zu können. Und sie zeigen ihre Verärgerung auch sehr deutlich.


Viele fragen: Welcher Standort ist der nächste? „Wir haben jetzt die Hiobsbotschaft bekommen, dass ab 21. März für uns 28 „Kaiser“-Märkte als Abnehmer wegfallen. Da kommen schon Existenzängste hoch“, sagt die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von Lieken Essen, Anke Kiy. Denn intelligente Alternativen zu Standortschließungen werden vom Vorstand ganz offensichtlich nicht diskutiert. Kiy: „Es ist bitter, aber manchmal hat man schon das Gefühl, dass im Management nur noch Rechenmaschinen sitzen.“

 

Unterstützung kam kurz darauf aus anderen Backbetrieben in Nordrhein-Westfalen. Und natürlich gab es tatkräftige Hilfe von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Sie fordert alle, die bislang noch gezögert haben, dringend auf, jetzt endlich Mitglied zu werden. „Wir können nur etwas erreichen, wenn wir alle solidarisch zusammenstehen“, sagt NGG-Referatsleiter Peter Störling. Und Anke Kiy: „Wer jetzt noch abseits stehen will, unterstützt direkt die Arbeitgeberseite und fällt sich selbst und der gesamten Belegschaft in den Rücken.“

 

 

Für die nächsten Wochen sind bundesweit weitere „Warnwachen“ an Lieken-Standorten geplant.

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