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„Gastgewerbe verschläft die Zukunft“

Hamburg – 18. März 2011


Zum Start der Fachmesse Internorga in Hamburg warnt die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Michaela Rosenberger, vor einem selbst verschuldeten Imageverlust und Fachkräftemangel im Hotel- und Gaststättengewerbe.

 

„Die Branche hat es in den letzten Jahren nicht geschafft, eine zukunftssichere Qualität der Ausbildung und attraktive Arbeitsbedingungen zu garantieren. Ohne eine geeignete Strategie, welche insbesondere jungen Menschen bei der Berufswahl erstrebenswerte Berufsbilder vermittelt, wird das Hotel- und Gaststättengewerbe zu den großen Verlieren bei der Vermeidung eines Fachkräftemangels gehören“, so Rosenberger.


Bereits in den letzten Jahren zeigten Umfragen des DIHK und der Gewerkschaft NGG, wo im Gastgewerbe dringender Handlungsbedarf besteht. So belegen die hohen Abbruchquoten von bis zu 40 Prozent in der Ausbildung und das Verlassen der Branche selbst nach erfolgreicher Berufsausbildung die vielfach schlechten Arbeitsbedingungen. Das traurige Ergebnis dieser verfehlten Unternehmenspolitik ist, dass die Zahl der nicht zu besetzenden Ausbildungsstellen stetig wächst. Nach Untersuchungen des DIHK sucht fast die Hälfte aller Betriebe im Gastgewerbe vergeblich nach Bewerbern für die angebotenen Ausbildungsstellen.


Rosenberger sieht vor allen Dingen den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA in der Pflicht. „Aber statt im Dialog mit uns gemeinsam nach Lösungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu suchen, besteht der DEHOGA gebetsmühlenartig auf einer Deregulierung des Arbeitsmarktes und merkt nicht, dass die geforderten Verschlechterungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes, die Abschaffung des Teilzeitanspruches, die Ausweitung der Befristungsmöglichkeiten sowie tägliche Arbeitszeiten von bis zu zwölf Stunden nicht dazu beitragen, das schlechte Image der Branche zu verbessern. Eine deutliche Attraktivitätssteigerung ist aber nur zu erreichen, wenn die anspruchsvolle und teilweise gesundheitlich sehr belastende Arbeit der Beschäftigten vernünftig gewürdigt wird – zum Beispiel durch deutliche Lohnsteigerungen, familiengerechte Arbeitszeiten sowie einer Verbesserung der Ausbildungsqualität.“

 

 

Die Gewerkschaft NGG ist auf der Internorga, der Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Bäckereien und Konditoreien, in Halle B4 mit einem eigenen Stand vertreten. Fachbesucher und interessierte Jugendliche auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz erhalten hier fachkundige Informationen aus erster Hand über die derzeitigen Ausbildungsbedingungen und die verbesserten Handlungsmöglichkeiten, die sich durch eine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft ergeben.

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