NGG zum geplanten Ampelbarometer für Gastronomie und Lebensmittelhandel
Hamburg, 17. April 2011
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hält den Vorschlag der „Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz“ (LAV), die Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen statt mit einem „Smiley“ mit grünen, gelben oder roten Farbbalken deutlich sichtbar zu dokumentieren, für völlig unzureichend. „Genau so wichtig wie die Bewertung von Hygiene-Standards ist die Frage nach vernünftigen Arbeits- und Ausbildungsbedingungen und der Einhaltung von Tarifverträgen“, so der NGG-Vorsitzende Franz-Josef Möllenberg.
„Nach außen hin hui , gegenüber den Mitarbeitern pfui?“ Dass mit der geplanten Regelung auch solche Firmen ein offizielles Gütesiegel bekommen können, die zwar hygienisch einwandfrei arbeiten, ihren Mitarbeitern aber weder Tariflöhne zahlen noch die Arbeitsschutzbestimmungen einhalten, stößt nicht nur dem NGG-Vorsitzenden sauer auf. „Eine solche Reduzierung auf hygienische Sauberkeit nutzt weder den Beschäftigten noch den Kunden und schadet allen Unternehmen, die Wert auf gute Arbeits- und Ausbildungsbedingungen und die Einhaltung von Tarifverträgen legen.“ Gerade in der Gastronomie sei das Unterlaufen von Tariflöhnen und Arbeitszeitgesetz an der Tagesordnung.
Dass das „Barometer“ eine „Wertung“ enthalte, die „massive Auswirkungen auf den Wettbewerb“ habe, wie der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde jetzt kritisiert, sei „Sinn der Sache“ und nur für Schmuddelbetriebe eine Bedrohung.
„Die Länder-Verbraucherschutzminister und Verbraucherministerin Ilse Aigner tun bei ihrer Sonderkonferenz Mitte Mai gut daran, nachzubessern“, fordert Möllenberg. Notwendig sei zudem ein Informantenschutz, der seinen Namen auch verdient und diejenigen wirksam schützt, die trotz großer Angst um den Arbeitsplatz bereit sind, relevante Verstöße im Betrieb öffentlich zu machen.