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Lebensmittel: Transparenz ja – Pranger nein

Zum Start des Internet-Portals: Frau Aigner sollte den Ball flachhalten

Hamburg – 19. Juli 2011

 

Anlässlich der Vorstellung des Internet-Portals durch Bundesministerin Aigner am 20. Juli 2011 stellt Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), fest, dass Frau Aigner mit Begrifflichkeiten wie Klarheit und Wahrheit den falschen Eindruck erwecke, als ob heute von der Lebensmittelwirtschaft nur gelogen und betrogen würde. Dem sei aber nicht so, so Möllenberg.

 

Möllenberg: „Eine ganze Branche und ihre Beschäftigten werden angegriffen.“ Frau Aigner wolle mit dem Portal davon ablenken, dass sie es als zuständige Ministerin in der Hand hat, verbindliche, verbraucherfreundliche Kennzeichnungsregeln auf den Weg zu bringen, dies aber nicht tut. „Frau Aigner sollte den Ball flachhalten“, so Möllenberg weiter. „Verbraucherschutz wäre mit am besten zu erreichen, wenn die NGG-Forderung nach einem Informantenschutz die Unterstützung von Frau Aigner finden würde. Stattdessen besteht jetzt die Gefahr, dass eine ganze Branche in Verruf gebracht wird. Unternehmen, die Lebensmittel herstellen, haben sich an Recht und Gesetz zu halten. Wenn sie das nicht tun, müssen sie rechtlich zur Verantwortung gezogen werden.“

 

Diese Kontrolle könne aber nicht nach dem Zufallsprinzip erfolgen oder willkürlich in der Hand der Verbraucherinnen und Verbraucher liegen. Nachvollziehbare und für alle Unternehmen verpflichtende Kennzeichnungsregeln, ein Verbraucherinformationsgesetz, das seinen Namen verdient hat, und sachkundige Lebensmittelkontrollen gehören zu den Aufgaben der Bundesministerin und der Länder.
Wir wollen mehr Transparenz, mehr Informationen. Die Gewerkschaft NGG fordert von den Unternehmen auch eine Informationsoffensive, aber das Internet-Portal sollte in seiner Bedeutung nicht überhöht und überbewertet werden. Im Sinne einer sachgerechten Debatte und Transparenz befürchtet Möllenberg: Es kann mehr schaden als nutzen.
 

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