Neumünster – 1. Mai 2009.
Michaela Rosenberger, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), auf der DGB-Maikundgebung in Neumünster:
„Angesichts der immer düster werdenden Prognosen – steigende Arbeitslosigkeit, abnehmende Wirtschaftsleistung, Zunahme der Firmeninsolvenzen – ist auch der Ausbildungsmarkt bedroht. Hier muss die Bundesregierung gegensteuern. Nicht nur Banken müssen gerettet werden. Wir brauchen auch einen Schutzschirm für Ausbildungsplätze, damit die Auszubildenden nicht die ersten Opfer der Krise werden. Auch in Krisenzeiten müssen die Unternehmen ihrer Verantwortung gerecht werden und die Ausbildung sichern.
Ausbildung, Qualifizierung, Investitionen sind gerade jetzt notwendig, um aus der Krise rasch rauszukommen. Deshalb brauchen wir ein Konjunkturprogramm 3, dass auch die Zukunft der Azubis sichert. Die Bundesregierung sollte Unternehmen, die Auszubildende aus Insolvenzbetrieben übernehmen, mit einer Übernahmeprämie unterstützen. Ist eine betriebliche weitere Ausbildung nicht möglich, muss die Bundesagentur für Arbeit ihr Sonderprogramm für außerbetriebliche Ausbildung auf 40.000 Plätze aufstocken.
Jetzt in der Krise zeigt es sich, dass die Ausbildung konjunkturunabhängig finanziert werden muss. Deshalb ist unsere ‚alte’ Forderung nach einer Ausbildungsumlage aktueller denn je. Das bewährte Beispiel der Bauindustrie mit einem Branchenfonds zeigt, dass auch in schwierigen Zeiten eine qualifizierte Ausbildung gesichert werden kann.
Auch an unserer Forderung nach einem Grundrecht auf Ausbildung werden wir festhalten. Bei einer Jugendarbeitslosigkeit von 22 Prozent müssen alle Alarmglocken schrillen. Gleichzeitig muss die Qualität der Berufsausbildung verbessert werden. Hunderttausende erhalten keine qualifizierte Ausbildung und werden mit Gelegenheitsjobs und Praktika abgespeist. Ausbildung darf nicht der Gewinnmaximierung und Kostenreduzierung in den Unternehmen dienen.“