Hotel- und Gaststättengewerbe
Berlin – 4. Juni 2009.
„Ein unverantwortliches Horrorszenario malt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, wenn er 100.000 Arbeitsplätze durch die derzeitige Wirtschaftskrise bedroht sieht. Die Branche leidet seit Jahren an hausgemachten Problemen wie Lohndumping und Tarifflucht, Schwarzarbeit sowie mangelnde Ausbildungsqualität. Auch eine Senkung der Mehrwertsteuer, wie sie jetzt mit Nachdruck gefordert wird, würde daran nichts ändern.“ Das hat Michaela Rosenberger, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), am heutigen Donnerstag nach der Vorstellung des DEHOGA-Branchenberichtes erklärt.
„Die Krise kann für das Gastgewerbe eine Chance sein, zumal die Deutschen wieder mehr Urlaub im eigenen Land verbringen. Jetzt gilt es, in Qualität und verbesserten Service zu investieren. Dazu gehören auch der Abschluss sowie die Einhaltung von Tarifverträgen und Sozialstandards. Eine Reduzierung der Mehrwertsteuer – nach dem zitierten Vorbild Frankreich – könnte es dann nur geben, wenn Arbeitsplätze geschaffen und die Löhne erhöht werden sowie in die Qualität der Ausbildung investiert wird. Das wäre auch ein Beitrag zur Ankurbelung der Binnenkonjunktur“, so Rosenberger.