Ausbildungskrise im Hotel- und Gaststättengewerbe
Hamburg – 10. Juli 2009.
„Den gastgewerblichen Berufen mangelt es an Attraktivität“, so die Erklärung von Michaela Rosenberger, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), dafür, dass trotz des drastischen Rückganges des Angebots von Ausbildungsplätzen viele Lehrstellen im Gastgewerbe in diesem Jahr unbesetzt blieben. „Vor allem die schlechte Bezahlung, die vielfach schlechte Ausbildungsqualität sowie die familienunfreundlichen Arbeitszeiten schrecken viele potenzielle Bewerberinnen und Bewerber ab.“ Bereits im Jahr 2008 sei die Zahl der Neuabschlüsse um 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken.
In Ostdeutschland mache sich dies besonders bemerkbar. „Kein Wunder“, so Rosenberger, „verdient doch ein ausgebildeter Koch in Mecklenburg-Vorpommern nach dem aktuellen Tarifvertrag lediglich 6,41 Euro in der Stunde.“ Diese Niedriglöhne seien Folge der jahrelangen Verweigerung der Arbeitgeber, regelmäßige Tariferhöhungen mit der Gewerkschaft NGG zu vereinbaren.
Ein weiteres Problem sei der dramatische Wegzug der jungen Generation in den vergangenen zwanzig Jahren. „Hier schlägt die zweifelhafte Subventionspolitik der jeweiligen Landesregierungen voll durch. Statt Beschäftigungsmöglichkeiten in den betreffenden Regionen zu fördern, wurde in der Vergangenheit lediglich die Mobilität der Menschen gefordert, dem Arbeitsmarkt hinterher zu ziehen“, kritisiert die NGG-Vize.
Rosenberger hat das Hotel- und Gaststättengewerbe aufgefordert, endlich die Rahmenbedingungen zu verbessern. Dazu gehörten insbesondere eine bessere Qualität der Aus- und Weiterbildung sowie faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen. Ohne diese Veränderungen in der Branche werde der zukünftige Fachkräftebedarf nicht mehr gedeckt werden können. „Die Arbeitgeber haben es in der Hand, die Ausbildung im Gastgewerbe wieder attraktiv zu machen.“