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Koalitionsvertrag und Gastgewerbe

Rosenberger: Ausbildungshemmnisse sind „hausgemacht“

Augsburg – 26. Oktober 2009.

 

Scharf kritisiert hat Michaela Rosenberger, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), die mit dem Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP geplante Flexibilisierung des Jugendarbeitsschutzes, um „Ausbildungshemmnisse im Gastgewerbe“ abzubauen.

 

Auf einer Konferenz mit rund 100 Betriebsräten aus dem Gastgewerbe hat die NGG-Vize heute in Augsburg erklärt: „Im Gastgewerbe wird häufig Ausbeutung mit Ausbildung verwechselt. Wer beispielsweise meint, dass eine Ausbildung nach 22 Uhr dringend erforderlich ist, gefährdet die Gesundheit der Jugendlichen und sucht billige Arbeitskräfte. Notwendig ist es, die Qualität der Ausbildung zu verbessern. Hierzu muss jedoch nicht der Jugendarbeitsschutz aufgeweicht werden.“

 

Die Auswertung des DGB-Reports zur Ausbildungsqualität der gastgewerblichen Berufe decke erschreckende Mängel auf: Unbezahlte Überstunden, ausbildungsfremde Tätigkeiten und die Nichteinhaltung der Fünf-Tage-Woche. Rosenberger: „Diese Mängel müssen die Arbeitgeber beseitigen. Die Ausbildungshemmnisse sind hausgemacht. Die Verlängerung der Arbeitszeiten hingegen wird die Attraktivität der gastgewerblichen Berufe weiter verschlechtern, wenn die Branche selbst nicht die Rahmenbedingungen verbessert. Der sich jetzt schon abzeichnende Fachkräftemangel wird sich dann weiter verschärfen“, prognostizierte Rosenberger.

 

Die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Beherbergungsdienstleistungen auf sieben Prozent, wie sie im Koalitionsvertrag ab 1. Januar 2010 angekündigt sei, erhöhe den Verteilungsspielraum und müsse sich in der Entlohnung zugunsten der Beschäftigten niederschlagen, hat Rosenberger gefordert. „Nur wenn die Beschäftigten davon partizipieren, gibt es dafür unsere Unterstützung.“

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