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Rosenberger: „Unsere Gesellschaft braucht menschenwürdigen Arbeitsmarkt“

Hamburg – 25. März 2010.


Mehr Mut von der Politik gegenüber den Arbeitgebern hat Michaela Rosenberger, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), angesichts der zunehmenden Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt gefordert. „Wer den Beschäftigten ihre Existenzgrundlage raubt und den Wettbewerb über Lohndumping, Befristung und vielfach prekäre Beschäftigung führt, muss letztendlich von der Politik gestoppt werden. Wir müssen zu Rahmenregelungen kommen, in denen der Mensch und seine Arbeit mindestens gleichberechtigt neben den wirtschaftlichen Interessen der Arbeitgeber steht. Arbeitsbedingungen und Beschäftigungsperspektiven sind eine der Grundlagen für eine funktionierende und gefestigte Gesellschaft“, so Rosenberger. „Wir brauchen keine Ausweitung, sondern eine strikte Regulierung der Leiharbeit sowie die Einführung eines existenzsichernden gesetzlichen Mindestlohns.“


Vor allem die junge Generation zwischen 15 und 25 Jahren gehöre zu den Verlierern der neoliberalen Wirtschaftslogik. Mehr als 37 Prozent dieser Beschäftigten arbeiteten schon jetzt in atypischen Erwerbsformen und verlören immer mehr den Glauben an einer gerechten Teilhabe in der Gesellschaft. „Wie sollen sich die jungen Männer und Frauen um Lebensplanung und Familiengründung kümmern, wenn sie sich von einem prekären Job zum nächsten durchschlagen müssen und trotz guter Ausbildung keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben“, fragt besorgt die NGG-Vize.


„Die Ausweitung prekärer Beschäftigung belastet zunehmend die Sozialversicherungssysteme, da immer mehr Gewinne durch Niedriglöhne erwirtschaftet werden und somit der Staat durch die Aufstockung der Löhne und geringere Steuereinnahmen aus diesen Beschäftigungen doppelt bezahlen muss.“ Letztendlich ginge es um die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. Rosenberger forderte die Politik auf, ihre Scheu gegenüber der Wirtschaftslobby abzulegen und die Bedürfnisse der Beschäftigten in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen. „Gute Arbeit ist immer auch ein Dreiklang. Sie muss sowohl den Beschäftigten wie den Arbeitgebern dienen, darf aber den gesellschaftlichen Konsens nicht zerstören.“

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