Niedernhausen / Berlin – 29. März 2010.
In der Nacht zu Montag hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der achten Verhandlungsrunde ein Tarifergebnis mit Deutschlands größtem Getränkehersteller, der Coca-Cola Erfrischungsgetränke (CCE) AG erzielt: „Nach Androhung von massiven Warnstreiks und außerordentlich schwierigen Verhandlungen ist es gelungen, vor allem die Beschäftigung zu sichern und Eckpunkte für fünf Tarifverträge zu vereinbaren“, hat Claus-Harald Güster, Verhandlungsführer und stellvertretender NGG-Vorsitzender, nach dem letzten Verhandlungsmarathon von vier Tagen und vier Nächten erklärt.
Im Einzelnen wurden neben der Beschäftigungssicherung Regelungen zur Arbeitszeit, Altersteilzeit, zum Entgelt und zu Manteltarifverträgen vereinbart:
- Die „Rote Flotte“ bleibt in der CCE AG erhalten. Auch für Fahrer gilt eine qualifizierte Beschäftigungssicherung.
- Keine betriebsbedingten Kündigungen von NGG-Mitgliedern. Versetzungen aufgrund von Überkapazitäten an den Produktionsstandorten sind nur innerhalb der Verkaufsgebiete möglich.
- Kein Outsourcing von Produktion und Dienstleistungen: Kommissionierung, Sortierung und der IT-Bereich werden nicht ausgelagert.
- Stärkere Einbindung, das heißt mehr Rechte der Betriebsräte bei der Umstrukturierung.
- Freiwillige Regelungen zur Altersteilzeit.
- Mit dem Tarifvertrag zur Arbeitszeit kann die CCE flexibel auf die Lage am Getränkemarkt reagieren: Wochenarbeitszeit kann auf 48 Stunden ausgedehnt werden, Wochenendarbeit bleibt die Ausnahme.
- Manteltarifverträge, in denen u.a. tarifliche Arbeitszeit von 37,5 Stunden, Urlaub, Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld geregelt sind, bleiben in Kraft.
- Entgelte: 2010 gibt es eine Einmalzahlung von 200 Euro, 2011 von 300 Euro plus Inflationsausgleich, und 2012 steigen die Entgelte um 2,3 Prozent.
- Alle Auszubildenden werden für 12 Monate übernommen.
Die Tarifverträge haben eine Laufzeit bis 31. Dezember 2012.
Bei der CCE AG sind derzeit ca. 11.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt.