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Hagen - 24.04.2010

Möllenberg: Steuerpläne der FDP gehören in die Tonne

 Als „sozial ungerecht und nicht finanzierbar“ hat Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), das Steuer-Konzept der FDP auf einer Veranstaltung seiner Organisation am Samstag in Hagen kritisiert. „Nach den Steuergeschenken für Hoteliers und reiche Erben will die ‚Mövenpick-Partei’ nunmehr die öffentlichen Kassen weiter plündern und den Sozialstaat demontieren. Die versprochene Entlastung unterer und mittlerer Einkommen ist ein Täuschungsmanöver, wenn gleichzeitig Sozialleistungen und öffentliche Zuschüsse gekürzt werden. Das Netto-Plus auf dem Lohnzettel zahlen die Arbeitnehmer mit höheren Kita-Gebühren und Zuzahlungen bei Medikamenten, der Schließung von Schwimmbädern oder Bibliotheken oder dem teureren Nahverkehr. Niedrigere Steuern bringen kein zusätzliches Wachstum.“ Das habe eine in dieser Woche vorgelegte Studie des Insituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung nachgewiesen. Als Faustregel gelte: „Verzichtet der Staat etwa auf zehn Milliarden Euro bei der Lohn- und Einkommensteuer, so steigt die Wirtschaftsleistung dadurch nur um rund fünf Milliarden. Gleichzeitig sinkt das Bruttoinlandsprodukt an anderer Stelle um mehr als zehn Milliarden, wenn der Staat den Steuerausfall durch Ausgabenkürzungen gegenfinanziert.“*

Besonders entlarvend und sozial ungerecht sei es, wenn alle Ausnahmen von der Steuerpflicht zur Diskussion gestellt werden. Dazu gehörten dann auch die Steuerfreiheit der Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschläge. „Die Arbeitnehmer sollen also die Steuersenkungen aus eigener Tasche bezahlen. Verlogener geht es nicht. Ausgebaut werden muss die progressive Besteuerung. Vor allem sollten große Einkommen und Vermögen höher besteuert werden.“
Möllenberg hat Finanzminister Wolfgang Schäuble in seiner Meinung bestärkt, dass die Lösung der kommunalen Finanzprobleme Priorität habe und ihn aufgefordert, „die Pläne der FDP dahin zu befördern, wohin sie gehören – in die Tonne“.
 
*Pressemitteilung des IMK vom 22. April 2010.
www.boeckler.de/32014_103274.html

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