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Limburg, 1. Mai 2010

Rosenberger: „Leiharbeit eindämmen“

 

Auf der Maikundgebung des DGB „Wir gehen vor! Gute Arbeit – Gerechte Löhne – Starker Sozialstaat“ hat Michaela Rosenberger, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), am Samstag in Limburg erklärt:
„Immer mehr Menschen in der reichen Bundesrepublik können von ihrer Arbeit nicht leben. Menschenwürdige Arbeit ist Arbeit, die angemessen bezahlt wird, so dass man am Monatsende von seinem verdienten Geld seine Existenz bestreiten kann. Auch in der Bundesrepublik Deutschland brauchen wir eine untere Haltelinie für Löhne, wenn Arbeitgeber sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung entziehen, die Tarifautonomie mit Füßen treten und sich weigern, Tarifverträge mit uns abzuschließen. Deshalb lassen wir nicht locker mit unserer Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro.
Menschenwürdige Arbeit ist unbefristete und gesicherte Arbeit. Aber gerade die junge Generation ist überproportional von Praktika, Leiharbeit und befristeter Beschäftigung betroffen. Und die Arbeitgeber wollen die Leiharbeit weiter ausdehnen. Sie wollen eine billige Reservearmee, die sie schnell wieder loswerden können. Wir fordern deshalb, bei gleicher Arbeit muss gleicher Lohn gezahlt werden. Es müssen dieselben Arbeitsbedingungen gelten. Leiharbeit darf keine betriebswirtschaftliche Daumenschraube zur Gewinnmaximierung sein. Die beste Leiharbeit ist die, die nicht stattfindet. Ungeschützte prekäre Arbeit kann nicht das Leitbild für unsere Gesellschaft sein.
Chancengleichheit – kaum ein anderes Wort wird so mit Füßen getreten und die Zahlen beweisen es: Es gibt in diesem Land keine Chancengleichheit, weil die Schaltstellen der Macht mit privilegierten Männern und Frauen besetzt sind, deren Kinder schon von Geburt an privilegiert sind. Deshalb ist es so wichtig, dass bereits in Kindergärten und Schulen alles getan wird, um Defizite auszugleichen. Wir brauchen genügend qualifizierte Kitas, wir brauchen Ganztagsschulen, wir brauchen genügend Stellen für qualifizierte Fachkräfte. Es hilft nicht zu klagen: In Bildung muss mehr investiert werden.“

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