Mannheim, 16. Juni 2010
Mit einer deutlichen Mehrheit hat das EU-Parlament gegen die so genannte Ampelkennzeichnung für Lebensmittel gestimmt und gleichzeitig nationale Alleingänge unterbunden. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Franz-Josef Möllenberg, hat die Entscheidung des EU-Parlaments begrüßt. „Diese Entscheidung gegen ein vereinfachendes und wertendes Ampelsystem ist ein vernünftiger Beitrag zur Verbraucherinformation. Denn mit dem Votum für die Nährwertkennzeichnung nach den GDA-Angaben ("Guideline Daily Amount") ist eine solide Basis für ein eigenverantwortliches Verbraucherverhalten geschaffen“, sagte Möllenberg.
Ob eine Ausweitung der bisher von der Lebensmittelwirtschaft freiwillig verwendeten Nährwerttabelle, die von Angaben zu Energie plus sieben Nährstoffe auf insgesamt zehn Nährstoffe plus GDA-Angaben erweitert werden soll, in der Praxis sinnvoll sei, müsse sich erst noch zeigen.
Auch das Votum für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung sei ein richtiges Signal, so Möllenberg weiter. „Verbraucherinnen und Verbraucher wollen wissen, woher die Produkte stammen, die sie in ihre Einkaufswagen legen.“
Darüber hinaus begrüßt die Gewerkschaft NGG die Entscheidung des EU-Parlaments, dass zukünftig Gel-Schinken und Analog-Käse klar gekennzeichnet werden sollen. Damit werde der Verbrauchertäuschung endlich ein Riegel vorgeschoben.
Nun geht die Vorlage an den Ministerrat, in dem die 27 EU-Staaten vertreten sind, und in dem es noch keine einheitliche Position zu diesen Fragen gibt. „Wir erwarten, dass sich der Ministerrat die Entscheidung des EU-Parlaments zu eigen macht und es dann zu einer EU-weiten Umsetzung der Reform kommt“, sagte Möllenberg.